Teil 1

Nach den Ereignissen der letzten Monate habe ich
nun den Mut und den nötigen Abstand zu den Dingen
gewonnen und will wieder soweit wie möglich am Leben,
dass ich jahrelang sehr gerne geführt habe, anknüpfen.
Ich habe mir wieder ein Wohnmobil gekauft und beginne
die erste kleine Testreise Anfang Mai 2019


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Donnerstag, der 2. Mai

Auch der Kauf des Wohnmobils war natürlich nicht ohne Komplikationen abgelaufen.
Die schönen Hochglanzbilder des LMCs aus Bielefeld erwiesen sich letztendlich
als ein dreckiges, ungepflegtes und nicht intaktes Fahrzeug. Also war diese lange
Fahrt nach Bielefeld ein Flop. Ein weiteres Mobil im Spreewald war mir zu eng und
zu klein, also ging es dann gestern weiter nach Dresden, wo ich endlich ein
passendes Fahrzeug, ein Euramobil gefunden und gekauft hatte. In einem Zug ging
dann die Fahrt zurück nach Hause und nun werde ich in den nächsten Tagen erst einmal
alles ausprobieren. Umgemeldet und zugelassen habe ich heute das Mobil bei meiner
zuständigen KFZ Zulassungsstelle in Anklam. Das Fahrzeug hat außer dem Hubbett
auch noch ein großes Doppelbett im hinteren Teil. Automatische SAT-Antenne und
ein Flachbildschirm, sowie ein neues Radio auch mit USB ist vorhanden.
Das Fahrzeug ist gut 7 Meter lang, aber kein Rennwagen und so wie ich es bisher
auf der Fahrt von Dresden hierher nach Hause getestet habe läuft der Motor wie ein
Uhrwerk. Es ist natürlich kein neues Fahrzeug sondern von 1996 und hat gute
190 000 Kilometer auf dem Buckel. Bei einer entspannten Fahrgeschwindigkeit von
100 Km/h schnurrt die Maschine wie ein Kätzchen und der Verbrauch liegt bei ganz
normalen 11-12 Liter pro 100 Kilometer. Wenn das Wetter wieder besser wird
werde ich noch Bilder von dem Euramobil hier einstellen. Am kommenden Mittwoch
bekommt das Fahrzeug noch einen neuen TÜV und dann kann es auf die erste
etwas längere Reise losgehen.
Heute habe ich das Wohnmobil mit allem nötigsten bestückt um Morgen am Sonnabend
die erste kleine Reise angetreten zu können. Ich werde evtl. nach Tangermünde fahren
um das eine oder andere an meiner "Neuerwerbung" auszuprobieren und um zu sehen
ob auch alles gut funktioniert. Natürlich werde ich berichten ...

Sonnabend, der 4. Mai

Nachdem ich in Zinnowitz die Gasflaschen getauscht habe und den 140 Liter
Dieseltank gefüllt hatte ging es tatsächlich los in Richtung Kyritz (an der Knatter)
Autobahn über Rostock Richtung Berlin und am Abzweig Waren/Müritz noch ein
 paar Kilometer auf der B 5 bis Kyritz. Dieser schöne Gratisplatz war natürlich
schon voll belegt als wir gegen 15:30 Uhr hier ankamen. Wir fanden aber
trotzdem noch ein ruhiges Plätzchen und beschlossen hier zu übernachten. Über
mein Smartphone, dass als Router fungiert habe ich sogar eine funktionierende
Internet Verbindung und kann ohne Probleme ins Netz gehen.
Morgten wollen wir dann evtl. nach Tangermünde fahren und mal schauen ob dort
wie üblich Bekannte stehen.

Hier nun die ersten Bilder vom Stellplatz Kyritz von meiner "alten" Neuerwerbung.









In den nächsten Tagen gibts dann auch noch mehr Bilder auch von innen.


Sonntag, der 5. Mai


Heute sind wir von Kyritz aus gut 120 Kilometer nach Tangermünde gefahren und
haben hier auch gleich alte Bekannte wieder getroffen.



Sie erzählten mir, dass sie immer daran geglaubt haben das wir uns eines Tages auf
einem der Stellplätze wieder begegnen. Also war die Freude groß.
Mit dem Eura Mobil bin ich soweit zufrieden und freu mich das ich nun alles
getestet habe und da auch alles funktioniert.
Der TÜV Prüfung und dem hoffentlich letzten Verbandwechsel steht der
zukünftigen Freiheit nichts mehr im Wege. Das hätte ich vor einigen Wochen
nicht mehr für möglich gehalten und nach der Not OP als es hieß, wenn ich
etwas später gekommen wäre hätte ich noch Lebenserwartung von zwei bis
maximal 4 Stunden gehabt.
Alles ist nun doch letztendlich gut gegangen und das ich in nächster Zukunft
noch sehr vorsichtig mit Heben usw. sein muss versteht sich von selbst, denn
noch einmal möchte ich diese Prozedur nicht durchmachen.


Blick auf die Altstadt von Tangermünde vom Stellplatz aus.



Montag, der 6. Mai

Wieder entwickelt sich nach einer kalten Nacht ein schöner Tag mit Sonnenschein. Ich
will heute die Altstadt von Tangermünde erkunden. Zuvor jedoch ein paar schnelle
Fotos vom Innenleben des Wohnmobils. Ich habe sehr viel Platz. Im hinteren Teil
befindet sich ein komplettes Doppelbett und vorne ein Doppelbett als Hub Bett,
dass ich aber nicht nutzen werde. Das Wohnmobil hat alle Annehmlichkeiten die
man so braucht, es ist praktisch wie zu Hause nur ein wenig kleiner. Wichtig
für mich ist auch die automatische SAT-Antenne die immer ein optimales
Fernsehbild liefert.











Also, nach einem ausgedehnten Frühstück geht es in die Altstadt. Dabei sind die
folgenden Bilder entstanden.















Das Wetter spielt nicht so richtig mit, denn der Wind ist immer noch eiskalt. Nur
in den kurzen sonnigen Momenten kann man sich mal draussen sonnen.




Dienstag, der 7. Mai

Gegen 10:30 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht um von Tangermünde aus
nach Hause zu fahren. Eine Freundin, die Karin hatte mich ja auf dieser ersten
Reise begleitet und so machte diese Reise zu zweit natürlich viel mehr Spaß.
Wir beschlossen den Rückweg nach Freest über die Landstraßen zu fahren, weil
die schönen Landschaften mit den blühenden Rapsfeldern eine Augenweide waren.





Gegen 16:00 Uhr haben wir meine Wohnung in Freest erreicht und erst einmal alles
wieder ausgepackt was ich in den nächsten 2 Tagen brauche. Morgen also steht
der TÜV an und am Donnerstag die hoffentlich letzte Begutachtung meiner
Op Wunde. Ich werde in den nächsten 2 Tagen die nächste Reise planen und
schon mal eine ungefähre Route ausarbeiten. Mit dem Fahrzeug bin ich sehr
zufrieden uns habe bisher keine Mängel feststellen können.


Mittwoch, der 8. Mai

Der TÜV ist erfolgreich absolviert worden. Nur zwei Kleinigkeiten die ich später
reparieren lasse wurde bemängelt. Aber wichtig ist, dass ich die Plakette
bekommen habe. Nun kann es ja losgehen und wenn Morgen mein Doc auch noch
grünes Licht gibt, dann steht dem kommenden Sommer mit einigen schönen Reisen
nichts mehr im Wege.
Heute habe ich alles was für die nächsten Tage wichtig ist gepackt im Wohnmobil
verstaut und hoffe, dass ich nichts vergessen habe.


Donnerstag, der 9. Mai

Um 11:00 Uhr habe ich meinen Arzttermin und anschließend gehst wieder nach
Tangermünde. Am Dienstag werden meine Freunde Friedl und Regina aus
Nassenheide ebenfalls hier eintrudeln. Wir hatten und gestern telefonisch
verabredet. Das Wetter sieht jetzt am frühen Morgen noch nicht so prickelnd aus,
es ist trübe und windig, aber auch hier wird unser Wahlspruch "die Hoffnung stirbt
zuletzt" wieder zum Einsatz kommen.
Alles hat wie geplant geklappt. Der letzte Faden ist gezogen und so sind wir
gleich anschließend in Richtung Tangermünde gefahren wo wir bei feinstem Wetter
gegen 17:00 Uhr angekommen sind. Nun wird auch unser langjähriger Begleiter
mein Löwe die Reisen mitmachen.



Kurz vor Tangermünde überqueren wir die Elbe.



Hier werden wir nun ein paar Tage verbringen
und mit den alten Freunden zusammen die Tage verbringen.


Freitag, der 10. Mai

Ein wettermäßigt durchwachsener Tag zeigt sich heute morgen. Wir sind aber
frohen Mutes, denn gestern war das Wetter sehr viel besser als es der Wetterbericht vorausgesagt hatte.
Wir haben für heute noch keinen Plan gemacht und werden die Dinge auf uns
zukommen lassen. Der Stellplatz hier in Tangermünde ist, wie eigentlich immer, gut
besucht und einige Bekannte trifft man hier auch immer.



Sonnabend, der 11. Mai

Es ist etwas wärmer geworden, aber doch tagsüber ziemlich unbeständig. Trotzdem
wir schon im Mai sind haben wir typisches Aprilwetter. Aber, wie sagt man doch
so schön?
Nur die Harten kommen in den Garten!

Oft, wenn ich des Nachts nicht schlafen kann, kommen mir immer wieder die
Gedanken an die Zukunft. Wie soll es nach dem Sommer weiter gehen? Werden
sich meine Wünsche und Vorstellungen von meinem zukünftigen Leben erfüllen?
Habe ich wirklich eine reelle Chance meinen Lebensabend so zu
verleben wie es meinen Vorstellungen entspricht?
Ich kann nicht einfach solche Gedanken beiseite schieben und es dem Zufall
überlassen wie es dann weiter gehen kann. Aber was kann ich tun um Gewissheit
über mein zukünftiges Leben zu erlangen?
Auf jeden Fall werde ich die nächsten Monate sehr viel mit meinem Wohnmobil
unterwegs sein und die Zeit so gut wie möglich genießen.
Im Moment begleitet mich meine gute Freundin Karin und wie man am folgenden
Bild sieht genießt auch sie die schönen Momente in denen die Sonne scheint.



Ich habe mich dummerweise auf meine Brille gesetzt. Das war Grund genug
mir bei der örtlichen Apollefiliale eine neue zu bestellen die ich in der kommenden
Woche abholen kann. In einem Laden für ausschließlich DDR Produkte haben
wir uns umgesehen und auch einiges eingekauft.
Das regnerische Wetter zwingt uns die meiste Zeit im Womo zu verbringen
Heute werde ich zum Mittagessen
"Jonnys berühmte Paprikapfanne mit Putenstreifen"
zubereiten.





Sonntag, der 12. Mai

Ein sonniger Sonntag erwartet uns heute und schon am frühen Morgen, es
ist jetzt 07:10 Uhr strahlt der Planet auf uns hernieder. Es wird auch
langsam Zeit das auch die Nächte nicht mehr so kalt sind und sich ein
"Sommergefühl" breit macht. Ich bin gespannt wie sich der heutige Sonntag
entwickeln wird und was wir so alles anstellen werden. Geplant ist ein kleiner
Spaziergang hinunter zur Elbe. Vielleicht gelingt es mir auch wieder ein paar
schöne Fotos zu schießen.
Mit viel Fleiß und Reinigungsmitteln ist es mir gelungen aus dem betagten
Wohnmobil bzw. dem hässlichen Entlein, dass ziemlich ungepflegt übergeben
wurde, wieder ein ansehnliches Fahrzeug zu machen. Durch diese Pflegearbeiten
ist natürlich der geplante Spaziergang ins Wasser gefallen, aber es war mir wichtig
diese Arbeiten zu7 erledigen. Das Entfernen der unschönen Aufkleber die das ganze
Fahrzeug verunzieren, werde ich Morgen in Angriff nehmen.






Montag, der 13. Mai

Auch heute meldet sich der Tag mit strahlendem Sonnenschein an und nach einem,
wie immer, guten Frühstück lassen wir es gemütlich angehen. Immer noch sind die
Nächte sehr kalt, heute Nacht hatten wir -1 °Celsius, aber mit der strahlenden Sonne
erwärmt sich die Luft schnell und wir können schön draußen sitzen und den
Tag genießen.





Heute, wenn es etwas wärmer geworden ist werde ich die Arbeit angehen die ich
mir gestern vorgenommen habe. Das Entfernen der Aufkleber mit denen
mein Vorgänger das Fahrzeug geradezu zugepflastert hatte. Mit dem Fön
und etwas Reinigungsmittel werde ich das wohl hinbekommen ...
Wenn morgen meine Bekannten Regina und Friedl kommen soll mein Womo sich
ja von der besten Seite zeigen.


Dienstag, der 14. Mai

Die Eisheiligen haben in diesem Jahr so richtig zugeschlagen, denn die Nächte
sind immer noch saukalt, wobei es tagsüber fast immer schön sonnig ist. Meine
Freunde aus Nassenheide, Regina und Wilfried, sind gestern Nachmittag schon
hier ein getroffen und so gab es natürlich sehr viel zu erzählen.
Heute will ich mal im Wohnmobil suchen wo die Aufbaubatterie verbaut ist. In den
vielen Fächern die ich bisher kontrolliert habe war nichts zu finden. Von weiteren
Bekannten die hier am Platz stehen habe ich noch eine nagelneue Fahrrad-
Halterung preiswert gekauft, die ich dann in Wolfhagen montieren will.
Am Nachmittag spielte einer der anwesenden Wohnmobilisten auf seinem Akordeon
und schon zog die Musik einige anderen zu dem Musikus.

 


Mittwoch, der 15. Mai

Und wieder haben wir eine kalte Nacht gehabt. Heute am 15. Mai ist ja die
"kalte Sophie"und dann sollte das Wetter ja eigentlich wärmer werden.
Gestern Abend hat zum ersten Mal meine Aufbaubatterie, deren Standpunkt im
Wohnmobil wir immer noch nicht gefunden haben, geschwächelt. Heute wollen
wir uns aber intensiv damit beschäftigen. Ich werde die Kabel vom Solarregler
verfolgen und hoffe, dadurch die Batterie zu finden.
An einer nicht vermuteten Stelle unter einer Bodenklappe unter dem Tisch im
doppelten Boden fanden wir die riesige 200 W GEL-Batterie die noch
ziemlich neu und unverbraucht aussah. Auch das Ladegerät befand sich an einer
Stelle die wir nicht vermutet und erst suchen mussten. Die Startbatterie
scheint zu schwächeln, aber auch das werden wir morgen an Hand mehrerer
spezieller Versuche ermitteln.

Donnerstag, der 16. Mai

Wir haben uns auf den Weg nach Kremmin zur Firma Wendt Caravan gemacht in
der Hoffnung dort Hilfe für unser Problem zu erhalten. Das war natürlich ein Schuss
in den Ofen denn auch dort konnte man den Laderegler nicht austauschen, da
nicht vorhanden. Ich muss mir also eine andere Lösung einfallen lassen. Ich habe
als Notlösung ein normales Ladegerät gekauft um auf jeden Fall das Womo jederzeit
 starten zu können und um die Batterie hoch zu halten. Zurück in Tangermünde
habe ich alles so installiert und so ein Provisorium zu schaffen. Wir haben also
die schlappen 220 Kilometer als kleinen Ausflug angesehen. Nun werde ich die
Anzeigen im Womo im Auge behalten uns sehen wie die beiden Batterien reagieren.
Das Wetter hat sich genau den Vorhersagen angepasst und es regnete fast die
ganze Fahrt über. Wir überqueren bei Wittenberge die Elbe und haben bald
Kremmin erreicht.







Freitag, der 17. Mai

Und schon wieder steht ein Wochenende vor der Tür. Laut Wetterbericht soll sich
das Wetter ja zum Wochenende bessern. Auf jeden Fall hat der Regen schon mal
aufgehört und das lässt hoffen ...
Der Plan für die nächsten Tage sieht so aus, dass wir am Sonntag mit den Fischers
in Richtung Schneeverdingen fahren um den Fahrradhalter abzuholen. Dann werden
wir uns einen geeigneten Stellplatz suchen und am Montag nach Wolfhagen fahren
wo wir von unserem Freund Heinz Zapf schon erwartet werden.


Sonnabend, der 18. Mai

Mein inneres ich spielt mal wieder verrückt. Aus heiterem Himmel habe ich ein
beklemmendes Gefühl, dass sich in so fern bemerkbar macht, dass ich mich
mit diesem Wohnmobil nicht wohlfühlen kann und das mir gefühlsmäßig wie ein
Klotz am Bein hängt. Warum das so ist kann ich auch nicht einmal beschreiben
bzw. erklären. Aus diesem Grund habe ich mich spontan entschlossen das
Wohnmobil so schnell wie möglich wieder zu verkaufen. Das ich dadurch wieder
einen finanziellen Verlust hinnehmen muss ist mir klar, ist es mir aber Wert um
mich wieder wohl zu fühlen.
Eventuell kann ich nach einer gewissen Zeit mit einem kleineren Wohnmobil
glücklicher werden. Vielleicht ist es aber auch, dass sich das ehemalige
schöne Gefühl der vergangenen Jahre nicht wie erhofft eingestellt hat und daher
meine momentane Enttäuschung spürbar ist. Hinzu kommt meine mir schon
immer fehlende Geduld alle Dinge mit Abstand zu betrachten und abzuwarten
was sich von selbst ergibt?
Wie auch immer, heute am späten Nachmittag werden die ersten Interessenten
kommen um sich das Wohnmobil anzusehen und evtl. auch zu kaufen. Immerhin
hatten sich mehrere Interessenten gemeldet und ihr Interesse an meinem
Womo bekundet.
Ich habe allerdings zur Bedingung gemacht, dass ich das Wohnmobil erst zum
Ende des Monats d.h. zum 31. Mai abgeben werde, weil ich ja zunächst dann
nach Hause fahren muss um meine persönlichen Dinge auszuladen und um
das Fahrzeug abzumelden.
Ich habe eingesehen, dass ich in allen meinen Planungen bzw. Vorstellungen
von meinem künftigen Leben bisher immer noch nicht alles so richtig durchdacht
und meistens viel zu spontan gehandelt habe. Ich bin also viel zu schnell meinen
 momentanen Eingebungen gefolgt, was wie sich nun heraus gestellt hat nicht
meist richtig war.
Das einzig spannende ist im Moment die Erkenntnis was auf mich in Zukunft
zukommt und ob sich mein weiteres Leben für mich zufrieden stellend
entwickelt oder ob ich weiter mit ungewissen Ängsten und Besorgnissen
leben muss.


Sonntag, der 19. Mai

Ich habe es wahr gemacht und gestern das Wohnmobil bei "mobile.de"
eingestellt. Schon nach weniger als eine Minute riefen verschiedene Händler an
die großes Interesse aber auch nur kleines Geld boten. So, die hebe ich mir
erst einmal abgewimmelt und etwas später kamen die ersten Angebote von
privaten Interessenten. Ein Ehepaar aus Brandenburg verabredete sich mit mir
und später kamen sie hierher auf den Tangermünder Stellplatz um sich das
Fahrzeug anzusehen. Wir wurden uns schnell einig und ohne zu handeln
akzeptierten sie meinen aufgerufenen Preis und zahlten eine größere Summe an.
So werde ich dieses Wohnmobil am 31. Mai in meinem Heimatort übergeben. 
Ich weiß, dass viele meine Entscheidung nicht verstehen können, aber wer schon
einmal in einer ähnlichen Situation war, dass er mit bestimmten Dingen die
er erworben hatte nicht zufrieden war oder ein ungutes Gefühl hatte wird
begreifen warum ich so gehandelt habe. Ich habe durch diese Aktion so gut
wie keinen finanziellen Verlust erlitten.
Ich bin einfach, trotzdem das Fahrzeug in einem hervorragenden Zustand ist und
auch anstandslos durch den TÜV gekommen ist, nicht "warm" geworden denn ich
hatte das Gefühl ein Klotz am Bein zu haben. Es bedeutet aber nicht, dass
ich mich weiter auf dem Markt für gebrauchte Mobile umsehen und evtl. ein
anderes Fahrzeug kaufen werde.
Wie dem auch sei, heute werden wir uns nach dem Frühstück auf den Weg
nach Wolfhagen machen um unseren Freund Heinz Zapf auf dem schönen
Wolfhagener Stellplatz zu besuchen.

Wir haben die 320 Kilometer von Tangermünde bis nach Wolfhagen staufrei
und zügig hinter uns gebracht und sind gegen 13:20 Uhr gut angekommen.
Viele meiner alten Bekannten habe ich hier wieder getroffen und die
Wiedersehensfreude war groß. Hier werde ich nun einige Tage verbringen.



Montag, der 20. Mai

Schwere Gewitter und starker Regen haben gestern Abend Wolfhagern aufgesucht.
Nun aber heute am frühen Morgen ist die Luft frisch und es verspricht dem
Himmel nach zu urteilen ein durchwachsener Tag zu werden.
Wir wurden gestern Abend noch von Franklin und Maria sehr guten Freunden
aus Holland mit einem hervorragenden Essen überrascht. Franlin. eigentlich aus
Indonesien stammend, ist ein guter Koch und bereitet immer sehr schmackhafte
Gerichte zu. Seine Kochkunst konnten wir in den vergangenen Jahren schon des
öfteren genießen.
Wir werden abwarten wie wir den heutigen Tag verbringen werden ...


Dienstag, der 21. Mai

Den gestrigen Tag habe ich mit süßem "Nichtstun" verbracht. Das durchwachsene
 Wetter entwickelte sich in den Abendstunden zu einem starken Dauerregen der
 die ganze Nacht anhielt. Es ist wirklich ungemütlich und nur die Aussicht das es in
den nächsten Tagen vielleicht, den Voraussagen aber, wieder freundlicher wird
lässt mich hier ausharren.
 Jede Menge Wohnmobile haben den gastlichen Stellplatz hier in
Wolfhagen besucht und so erträgt man das schlechte Maiwetter gemeinsam.
Am Wochenende wird erst einmal mit dieser Reise Schluss sein und ich werde Karin
wieder bei sich zu Hause abliefern. Es war auch ihre erste Erfahrung mit dem
Womo unterwegs zu sein und laut ihrer Aussage hat es ihr auch gefallen.
Für mich war es schön nicht alleine unterwegs gewesen zu sein und die Karin
als Begleiterin dabei gehabt zu haben. Es war eine rein freundschaftliche
Beziehung die nichts mit einer eventuellen Partnerschaft zu tun hatte.
Meine zukünftigen Pläne gehen dahin, dass ich mir wieder eine feste Beziehung
bzw. Partnerschaft suche, denn diese kleine Reise hat mir wieder gezeigt, wie
schön es ist, Dinge gemeinsam zu erleben und so sind viele meiner Gedanken
zurück in die Zeit gegangen als ich noch mit meiner Regina auf Reisen war
und wir all die schönen Dinge zusammen erleben durften.
Auch der Gedanke das Wohnmobilreisen ganz und gar aufzugeben, wenn ich
keine passende Partnerin finde, ist mir auch schon gekommen und so werde
ich in den nächsten Tagen, nach Beendigung dieser Reise meine Pläne
ausrichten.


Mittwoch, der 22. Mai

Wieder mal eine Nacht in der Schlaf viel zu kurz kam, weil die Gedanken an alles
was auf mich zukommt immer durch den Kopf schwirren. Dazu kommt, dass mich
meine Unentschlossenheit erschreckt  und mein bisher immer so starker Antrieb
alles in die Reihe zu bekommen im Stich lässt. Dazu kommen auch noch einige
gesundheitliche Ängste die ich aber nicht genau beschreiben kann. Vielleicht ist
alles auch nur Einbildung und mein Empfinden/Erschrecken über jeden kleinen
Piekser steigert sich unverständlicherweise immer gleich hoch. Mein
allgemeines Wohlbefinden ist gefühlsmäßig im Moment nicht das allerbeste
woran vielleicht auch das im Moment herrschende Wetter ein wenig schuld ist.
Bis zum Sonntag werde ich hier in Wolfhagen bleiben und dann in zwei Etappen
den Heimweg antreten. Ich will hoffen, dass sich meine Zweifel an allem oben
beschriebenen auflösen werden und wieder klare Strukturen mein Leben
bestimmen werden. Ich möchte unbedingt, dass mein Optimismus und meine
Fröhlichkeit, Dinge die mein Leben bisher bestimmt haben, wieder zurück kehren.
Ich merke immer öfter das mir Dinge immer schwerer fallen die bisher keine
Rolle spielten und vielleicht ist es auch die innerliche Angst zu versagen und
die Angst vor dem nicht abzuwendenden "altwerden"?
Ich muss mich damit abfinden, dass die Zeit rennt und auch der körperliche
Verfall in Zukunft nicht aufzuhalten ist. Aber das hat in meinen Gedanken
bisher noch keine große Rolle gespielt, umso mehr trifft mich diese
Erkenntnis jetzt mit Macht. Ich will versuchen das alles zu akzeptieren dann
geht es mir vielleicht auch mental besser ...


Sonntag, der 26. Mai

Die Entscheidung ist gefallen. Ich werde nun kein Wohnmobil mehr kaufen und
definitiv das Reisen mit dem Wohnmobil aufgeben. Die letzten Wochen in denen
ich die Entscheidung getroffen hatte doch weiter zu machen haben mir gezeigt
das es nur der Wunsch in mir war, an die guten vergangenen Zeiten
anzuknüpfen, was aber wie sich nun herausstellte ein Trugschluss war.
 Ich musste es einfach tun um festzustellen ob es noch den gleichen Reiz und
den gleichen Spaß machte wie in vergangenen Zeiten. Nun weiß ich, dass es
nicht mehr so ist und ich habe in Zukunft kein Zweifel mehr das richtige
getan zu haben.
Mit dieser Entscheidung beende ich nun auch meine Reiseseiten, wünsche allen
weiterhin immer eine knitterfreie Fahrt und viel Spaß an diesem schönen Hobby.
Ich werde mit Freude aber auch mit etwas Wehmut an die schönen Jahre des
Reisens zurück denken und all die wunderbaren Erlebnisse, Begegnungen
und die vielen schönen Landschaften und fremden Länder in guter
Erinnerung behalten.
Allen Freunden, Bekannten und unbekannten Lesern meiner Reisetagebücher
möchte ich ein großes Dankeschön für die jahrelange Begleitung aussprechen.
Ich hätte wirklich gerne weiter gemacht, aber die Gesundheit und verschiedene
andere Gründe haben mich zu diesem unumkehrbaren Entschluss veranlasst.


Dienstag, der 11. Juni

Ich habe so viele Emails, Anrufe und WhatsApp Nachrichten bekommen die alle
bedauernd darauf reagiert haben nun nicht mehr von meinen Reisen, die
ja nun nicht mehr stattfinden weil ich kein Wohnmobil mehr habe, zu lesen.
Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen zwar keine Reiseberichte mehr
zu schreiben, sondern weiter aus meinem neuen Leben zu berichten zu
dem mich sie vielen Nachrichten annimiert haben.
Ja, wie ist es mir ergangen und wie wird es in meinem Leben weiter gehen?
Antworten darauf gibt es nun wieder unregelmäßig auf meiner Seite "Neues Leben"

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