Teil 8


Dieser Teil beschreibt
unsere Weiterreise von Kato Vasiliko,
nun wieder auf dem Festland, nach Igoumenitsa.


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Sonnabend, der 15. September

Tag 173

Wir haben ja gestern mit überfahren der Brücke in Patras das Festland auf dieser Reise

 zum ersten Mal erreicht. Da wir nach der Umrundung des Peloponnes noch ca. 4 Wochen
Zeit haben, haben wir unseren Abfahrtshafen geändert und werden nun ab Igoumenitsa
die Überfahrt nach Ancona antreten. Somit können wir auf der Fahrt von unserem
momentanen Standpunkt Kato Vasiliko noch viele andere Plätze, evtl. unter anderem
auch die Insel Lefkada, die über einen Damm mit dem Festland verbunden ist,
ansteuern. Aber, soweit sind wir noch lange nicht.

Heute wird unser Internet Bekannter auch seine Reise in Richtung Pilion fortsetzen
und wir werden das Wochenende hier in Kato Vasiliki verbringen. Am Montag werden
Grazyna und Richard, aus Kyllini komment, auch hier eintreffen.

Die Morgensonne ist heute, im Gegensatz zu gestern als wir den bisher einzigen
wolkigen Tag hatten, wieder voll da. Das Womo von Franz und unseres stehen sehr gut
hier in dem kleinen idyllischen Hafen. Franz hat vor der weiterfahrt noch bei einem
mobilen Fischhändler zugeschlagen. (zwei Bilder unten)








Sonntag, der 16. September


Tag 174

Eine besondere Stimmung herrscht an diesem sonnigen Sonntagmorgen. Die Wellen
plätschern ans Ufer, die ersten Fischer sind schon mit ihren Booten auf das Meer
hinaus gefahren und nachdem die Glocken der kleinen Kirche zur Andacht gerufen haben,
hört man nun von weitem den Gesang aus der Kirche. Eine friedliche Stimmung
liegt über dem Ort und gibt dem Moment einen besonderen Charakter.

Der schöne, saubere Feinsandstrand mit vielen Duschen hat zu Recht die
Umweltflagge 2018 verliehen bekommen. Das ist wirklich selten in Griechenland
wenn man die Zustände die ich an vielen anderen Stränden gesehen habe
und weiter oben beschrieben habe zu Grunde legt. Wirklich ein Lichtblick für
griechische Verhältnisse.




Montag, der 17. September

Tag 175

Nach den schönen Tagen hier in Kato Vasiliki setzen wir heute unsere Fahrt fort.
Ein genaues Ziel haben wir uns nicht vorgegeben, wir werden dort einen Stopp einlegen,
wo es uns gefällt und wo es sich lohnt zu bleiben. Die allgemeine Richtung wird aber
immer nach Norden, also in Richtung Igoumenitsa sein. Als erstes werden wir in
Messalonghi mal wieder den LIDL besuchen und uns dann nach Etoliko begeben.
Sollten wir dann noch weiter nach Mitikas fahren, steht uns wieder eine schöne
Bergfahrt bevor.


Karte von Google Maps

Gegen 12:40 Uhr haben wir Mitikas erreicht. Zuvor jedoch haben wir an den Salzseen von
Missolonghi diese schönen Flamingos gesehen. Leider konnte ich nicht näher heran
ohne bemerkt zu werden, dann dann wären sie weggeflogen.









Wie in Griechenland oft üblich wandern die Ziegenherden ohne Aufsicht selbst an viel befahrenen Straßen entlang.



Unvergessliche Aussichten auf das Meer. Man könnte alle paar Minuten anhalten um zu fotografieren. Leider ist an vielen schönen Stellen keine Möglichkeit geschaffen um
anzuhalten und die Aussicht zu genießen.









Unser Platz in Mitikas den wir eingenommen haben liegt direkt am Wasser und sogar
eine Dusche wurde installiert.



Als erstes zauberte Regina einen deftigen grüne Bohnen Eintopf mit Rindfleisch.
Danach geht es jetzt schnell ins Wasser, denn nach dieser schönen Fahrt ist eine
Abkühlung nötig.



Wir verbringen den Nachmittag mit faulenzen und baden. Am Abend spiegelt sich die untergehende Sonne in unserem Womo.





Dienstag, der 18. September

Tag 176

An diesem Morgen sehen wir folgende Bilder bevor die Sonne hinter den Bergen hervor
kommt. Es verspricht wieder ein schöner, sommerlicher Tag zu werden.






Unsere polnischen Bekannten Richard und Grazyna haben sich nicht gemeldet und so
wissen wir nicht wo sie sich im Moment befinden. Aber die beiden können ja verfolgen
wo wir uns aufhalten. Wir wollten ja zusammen die Insel Lefkada erkunden. Ich nehme
an, dass sie in den nächsten Tagen zu uns stoßen werden.
Gegen 09:00 Uhr kommen die ersten Fischer von ihren nächtlichen Fanggründen zurück
und die Möwen fordern natürlich auch ihren Anteil.



Nun haben sich Richard und Grazyna doch noch gemeldet und wir sind so verblieben,
dass wir uns am kommenden Montag in Vonitsa treffen wollen und dann gemeinsam
zur Insel Lefkada fahren wollen. Hier in Mitikas konnte ich noch die schöne,
typische Vegetation dieser Region aufnehmen.



 

 

Am späten Nachmittag bekamen wir dann noch unverhofft reichlich Besuch. Das war
natürlich wieder mal ein "Fressen" für meine Kamera.















Morgen früh werden wir auch weiterziehen und den kleinen Ort Paleros besuchen, bevor
wir uns in den nächsten Tagen nach Vonitsa und Lefkada aufmachen.


Karte von Google Maps



Mittwoch, der 19. September


Tag 177

Um 09:45 Uhr haben wir, nach einer schönen Fahrt entlang der Küste, den schönen Platz
direkt am Hafen von Paleros und am Strand ergattern können.

38°47'1"N  20°52'50"E



Schöne Ausblicke entlang der Küstenstraße. (Bild oben) Von der Anhöhe aus, bevor wir
die Abfahrt in den Ort bewältigen, ist dieses Foto, was den Überblick über Hafen und
Strand zeigt, entstanden.



Wir stehen direkt am Hafen und haben nur ca. 10 Meter zum Strand.













Und hier noch ein paar Impressionen aus Paleros.









Zum Mittagessen haben wir in dieser Taverne eine Spezialität gegessen.
Lamm in einer Honigsoße mit grünen Bohnen und Kartoffeln. Das saftige Lamm wurde
am Grill in der Alofolie gegart. Es war ein Festessen!



Am Abend erwacht die Gegend um den Hafen und in den Restaurants erst so richtig zum
Leben und wir sind mitten drin ...





Donnerstag, der 20. September

Tag 178

Nach einer nicht gerade sehr ruhigen Nacht, denn Paleros ist eine, vor allem bis
nach Mitternacht, sehr laute lebendige Stadt, geht es am frühen Morgen schon wieder
mit dem Start der Fischerboote in die nächste Geräuschkulisse. Ob wir uns das
noch eine weitere Nacht antun werden ist unwahrscheinlich. Das heißt, dass wir
voraussichtlich die wenigen Kilometer zum Sotira Beach nach Vonitsa fahren
werden. (Siehe Karte oben)


38°55'15"N  20°54'9"E

Wir haben Vonitsa schon um 10:10 Uhr erreicht, aber nicht ohne vorher noch schnell
mal "fremd" zu gehen. LIDL gab es auf dem Weg hierher nicht und so haben wir mit
einem griechischen Supermarkt vorlieb genommen. Hier in Vonitsa treffen wir eine ganz
andere Atmosphäre wie in Paleros an. Hier stehen wir inmitten der Natur ohne
Restaurants und ohne Lärm. Ein wahres Paradies
. Maximal 10 Meter vom schönen
Sandstrand entfernt haben wir fast wieder unseren Platz vom vorigen Jahr gefunden
und uns eingerichtet. Hier stehen außer uns noch vier andere Wohnmobile aus Ösiland
und Frankreich, sowie einige Wohnanhänger.

Von der Anhöhe während der Anfahrt zum Platz haben wir den folgenden Blick auf die
Bucht und die rote Markierung zeigt einen Ausschnitt vom Platz. (Zwei Bilder unten)

















Freitag, der 21. September

Tag 179

Es ist 01:30 Uhr. Regina ist schwer Krank geworden und wir müssen die Reise
abbrechen. In den letzten Tagen hat sich ihr Zustand rapide verschlechtert, was sie
aber nicht wahr haben wollte. Im Moment weiß ich noch nicht genau wie wir uns
verhalten sollen.
Mein erster Gedanke ist, so bald es hell wird, die rund 100 Kilometer nach Igoumenitsa
zu fahren und bei Linos Travel Hilfe zu erhalten und die weiteren Schritte zu besprechen. Entweder wird Regina vom ADAC per Flugzeug nach Hause gebracht, oder zunächst in ein örtliches Krankenhaus zur Behandlung eingeliefert. Wir haben glücklicherweise die
entsprechenden Versicherungen beim ADAC abgeschlossen. Auf jeden Fall muss heute
eine Entscheidung getroffen werden, denn sie muss unbedingt wegen der Schmerzen
schnell behandelt werden und kann auf keinen Fall bis zu unserer offiziellen Rückreise
am 15. Oktober die Krankheit verschleppen. Da wir uns leider hier in Griechenland nicht
so gut verständlich machen können, ist es nötig die Hilfe der Deutsch sprechenden
Leute von Linos Travel in Anspruch zu nehmen. Ich hoffe, alles richtig zu machen,
was in dieser schweren Situation richtigerweise zu tun ist.

14:00 Uhr. Nach einer schnellen Fahrt haben wir Igoumenitsa um 08:00 Uhr erreicht.
Dort mussten wir beim Büro von Linos Travel bis zur Öffnungszeit um 09:30 Uhr warten.
Dann aber konnte uns die Chefin Katharina einen Arzt besorgen, dessen Frau deutsch
sprechen konnte. Ich schilderte die Symptome und es stellte sich heraus, dass die
Krankheit von Regina sehr viel schwerer als angenommen ist. Einzelheiten werde ich
hier nicht bekannt geben, nur soviel das ich alles richtig gemacht habe und Regina
überredet hatte diese Untersuchung über sich ergehen zu lassen. Laut Arzt war es
höchste Eisenbahn. Mit vielen Medikamenten ausgestattet erlaubte der Doc, dass wir
sofort die Heimreise antreten sollen um in Deutschland die Spezialisten aufzusuchen.
Die kostenintensive Umbuchung auf eine Fähre die heute Abend um 23:00 Uhr nach
Ancona ablegt hat glücklicherweise geklappt. Nun stehen wir schön im Schatten am
Drepano Beach und warten auf das Einchecken um 20:00 Uhr. Es liegen dann nach
Ankunft in Ancona noch jede Menge Kilometer bis nach Hause vor mir. Die Fähre
soll laut Fahrplan am Sonnabend gegen 15:00 Uhr in Ancona sein und dann habe
ich vor so schnell wie möglich Deutschland zu erreichen, das heißt ich werde die
ganze Nacht durchfahren um soweit wie möglich nach Norden zu kommen.
Am Montag, wenn alles so klappt wie geplant werden wir dann den Ärztemarathon
beginnen und gegebenenfalls auch einen Krankenhausaufenthalt einkalkulieren.



Hier am Drepano Beach warten wir auf unsere Abreise heute Abend. (Bild oben und unten)



Ja, so nimmt diese Reise unvorhergesehen ein dramatisches schnelles Ende. Ich hoffe,
dass meine Entscheidung so zu handeln wie ich es gemacht habe, letztendlich dazu
führen wird, dass Regina das alles schnell übersteht und wieder Gesund wird.
Das ist das Allerwichtigste.

Ich werde totz aller momentanen Sorgen versuchen auch unsere Heimreise in gewohnter
Weise festzuhalten und hier zu veröffentlichen.
16:00 Uhr. Ich habe meine vorläufige Planung fertig. Wenn die Fähre morgen in Ancona ankommt, heißt es "Gasfuß" und zur Zwischenübernachtung wenn möglich bis
St. Wolfgang östlich von München.


Karte von Google Maps

18:00 Uhr. Wir sind nun zum Hafenparkplatz gefahren und ich habe in einer Taverne
noch zu Abend gegessen. Regina tut mir leid, denn sie bekommt seit Tagen so gut
wie keine Speisen runter. Kurz nach 19:00 Uhr habe ich eingecheckt und nun stehen
wir mit ca. 50 Wohnmobilen am Gate 12 und warten auf die Ankunft der Fähre, die wie
schon seit Jahren natürlich auch heute wieder Verspätung hat.



Mit der untergegangenen Sonne konnte ich noch dieses Foto schießen.



Wie immer war dann auch die Einweisung durch das ziemlich hektische Bordpersonal
sehr chaotisch. Mit ca. 1 stündiger Verspätung legte die Cruise Olympia schließlich ab
und zurück blieb Igoumenitsa und damit auch Griechenland. Wir denken an die schönen einsamen Buchten und Strände, an die Berge und die geheimnisvollen Schluchten,
an die Tavernen mit dem schmackhaften Essen, an das Rauschen der Meeresbrandung
 und haben noch den Geruch Griechenlands in der Nase.
Werden wir es je wiedersehen?


Sonnabend. der 22. September

Tag 180

09:00 Uhr
Regina hat die Nacht auf dem Schiff den Umständen nach einigermaßen gut überstanden.
Ich hoffe sehr das ihr Zustand bis wir Deutschland erreichen so bleibt. Immerhin
liegt noch eine lange Fahrt vor uns. Von Ancona aus geht es sofort auf die Autobahn.
Über Rimini, Bologna, Verona und Bozen geht es hinauf zum Brenner. Von dort aus
sind es dann noch 100 Kilometer bis zur deutschen Grenze nach Kiefersfelden.
Ich habe immer das Gefühl, wenn wir erstmal Deutschland erreicht haben, wird alles gut
und wir können dann besser entscheiden was zu tun ist. Es hängt natürlich sehr viel,
bzw. alles davon ab wie Regina sich fühlt.

Am Nachmiitag, gegen 15:00 Uhr legt die Fähre in Ancona an.



Ich bin sofort auf kürzestem Weg auf die Autobahn gefahren. Um 20:00 Uhr war die
erste Pause, ca. 200 Kilometer vor dem Brenner, angesagt. Ich habe schnell eine
Kleinigkeit gegessen und und mich für gut 2 Stunden aufs Ohr gelegt. Gegen 23:00 Uhr
bin ich dann, immer die Angst im Nacken das es Regina wieder schlechter geht,
weiter gefahren. Bisher hat sie die Fahrt ganz gut überstanden und ich hoffe sehr,
dass es weiterhin so bleibt.



Sonntag, der 23. September


Tag 181

02:00 Uhr.
Nun habe ich den Brenner und damit Österreich erreicht. Keine Kontrollen.
03:30 Uhr.
Ich bin in Kiefersfelden und damit in Deutschland angekommen. Mein Körper
 fordert nun sein Recht auf Schlaf.
04:00 Uhr.
Auf der Raststätte Irschenberg, ca. 50 Kilometer vor München war Schluß und so ging
es schnell in die Koje.



Auf dem Rastplatz Irschenberg. (Bild oben und unten)



Ich habe unseren Plan in sofern geändert, als das wir nicht nach
St. Wolfgang zur Übernachtung fahren, sondern nach Marktleuhen. Warum ?
Wir hatten ja im Frühjahr bei unserem Freund Robert Schirmer den Objektmanager
des schönen Marktleuthener Stellplatzes viele Dinge, wie unser Fahrrad, unseren
schweren Gasgrill, unsere Telescopeleiter und noch einige Dinge mehr aus "Übergewichtsgründen" eingelagert, die wir nun auf der Rückreise nach Hause
wieder abholen wollen. Marktleuthen liegt ja auf unserer Strecke und so bietet es sich
an hier eine ganze Nacht Pause zu machen. Reginas Zustand ist, ein Glück, immer
noch so stabil, dass wir hier eine Nacht verbringen werden.


Karte von Google Maps

Auf jeden Fall bin in froh diesen langen Toern bisher gut überstanden zu haben, denn
wenn man bedenkt, dass wir erst am Sonnabend früh um 00:15 Uhr in Griechenland (Igoumenitsa) gestartet sind und schon am Sonntag früh um 03:30 Uhr, also in nur rund
27 Stunden später in Deutschland angekommen sind, finde ich das schon
bemerkenswert.
Wir, das heißt ich, denn Regina bekommt ja so gut wie keine feste Nahrung runter,
 werden jetzt auf der Raststätte Irschenberg Frühstücken und dann die Fahrt nach
Marktleuthen beginnen.
14:00 Uhr.
Wir sind mit einer einstündigen Pause und im starken Regen gut in Marktleuthen
angekommen. Hier werden wir unsere untergestellten Sachen wieder einladen, die
Nacht hier verbringen und Morgen endgültig auf die letzte Etappe von ca. 620 Kilometer
über Leipzig, Berlin und Neubrandenburg gehen und nach Hause fahren.


Karte von Google Maps

Es ist sehr schade, dass diese Reise ein so unerwartet schlechtes Ende nimmt. Aber
die Gesundheit geht vor und die Hoffnung bleibt, dass sich vielleicht am Ende doch
noch alles zum Guten wendet. Die ganze Aufregung und der damit verbundene Stress
hat dazu geführt, dass ich nun auch Magenschmerzen bekommen habe und mich
nicht so wohl fühle. Ich denke aber, nach einer Nacht mit auseichendem Schlaf, sieht
die Welt morgen schon wieder anders aus. Das wichtigste ist, dass Regina wieder auf
die Beine kommt und die Ärzte die richtige Behandlung anwenden.

Stellvertretend für Regina möchte ich mich bei allen für die vielen Zuschriften und Genesungswünsche bedanken die hier per Email eingetroffen sind.



Montag. der 24. September

Tag 182

Regina geht es wieder schlechter und wir überlegen was zu tun ist. Es ist ihr wichtig
nach Hause zu kommen, aber wenn sich ihr Zustand weiter verschlechtert muss ich
einen Notarzt einschalten und evtl. einen Krankenhaus Aufenthalt ins Auge fassen,
wogegen sich aber streubt. Ich bin hin und hergerissen und fühle mich in dieser
Situation ziemlich hilflos.
Es hat die ganze Nacht geregnet und gestürmt was das Zeug hält und das, nun für uns
die aus der sonnigen Wärme kommen, ungewohnte kalte und trübe Wetter trägt nicht
gerade dazu bei unsere Stimmung aufzuhellen. Wichtig für mich ist, dass ich Regina in
die richtigen Hände bringen kann wo sie bestmögliche Hilfe bekommt.

18:00 Uhr.
Wir sind gut zu Hause angenommen und Regina hat tapfer alles ertragen. Morgen früh
gehts zunächst zum Arzt und dann sehen wir weiter.
Es sind heute 663 anstrengende Kilometer geworden, die durch unzählige Baustellen
und längere Staus, gefühlte 1000 Kilometer waren. Aber es ist ein gutes Gefühl endlich
wieder zu Hause zu sein und nun alles weitere in Angriff zu nehmen.
Damit hat diese Reise nun endgültig ein Ende genommen, zwar nicht so wie geplant
aber wie schon gesagt, die Gesundheit geht vor und die Strapazen der Rückreise
habe ich gerne in Kauf genommen um Regina nun die richtige Behandlung
zukommen zu lassen.
Wir haben insgesamt über 10000 Kilometer auf der Straße und etliche Seemeilen
auf See zurück gelegt.
In den nächsten Tagen, wenn Reginas Untersuchungen und Behandlungen genaueres
ergeben haben werde ich noch einen kurzen Nachtrag hier veröffentlichen.



Dienstag, der 25. September


08:30 Uhr
Regina hat eine Noteinweisung ins Krankenhaus bekommen. Heute wird sie intensiv
untersucht um festzustellen was sie hat. Ich bin auch ziemlich mit den Nerven am Ende,
aber Morgen weiß ich mehr ...



Sonntag, der 30. September

Es ist mit Reginas Gesundheit alles ernster geworden als zunächst angenommen.
Sie hat eine erste Operation gut überstanden, aber dabei sind neue, vorher nicht
abzusehende Krankheitsbilder zu Tage gekommen. Die Auswertung der Gewebeproben
ist noch nicht abgeschlossen, sodass ich weiter zwischen Hoffen und Bangen
hin und hergerissen bin. Heute werde ich ein Gespräch mit dem Oberarzt des
Greifswalder Klinikums, in das Regina inzwischen verlegt wurde, haben um
genaueres zu erfahren.
Ich will mich nicht näher über Reginas Krankheit äußern, hoffe aber das ich in noch
nicht absehbarer Zeit über eine erfolgreiche Behandlung berichten kann und möchte
mich noch einmal über die vielen Genesungswünsche stellvertretend
bedanken. Ich besuche sie jeden Tag und wenn ich ihr von der Anteilnahme der
vielen, ihr meist unbekannten Menschen, erzähle, dann merke ich wie es sie in dem
Moment etwas aufbaut und wie sehr sie sich darüber freut.



Montag, der 1. Oktober

  Das Gespräch mit dem Oberarzt, der mir Reginas Zustand ganz klar und ohne um heißen Brei herum zu reden erklärt hat, ist ziemlich erschreckend verlaufen. 
Nun ist zu allem anderen auch noch ein Keim bei ihr festgestellt worden und sie wurde nun in ein spezielles Einzelzimmer verlegt, dass auch ich nur mit entsprechender Schutzkleidung betreten durfte. Ich kann es kaum ertragen so hilflos zu sein und meine Regina  in diesem Zustand zu sehen. Ich habe niemanden, der mir so nah ist das ich mich mitteilen könnte und so bleibt mir nur hier darüber zu schreiben um nicht alles in mich hinein zu fressen. Sie ist so tapfer und tröstet mich auch noch in meiner Verzweiflung, obwohl sie selber sehr vielmehr Trost und Zuwendung braucht.
Die endgültige Gewissheit über den Fortschritt und der sich daraus ergebenden weiteren Behandlung der Krankheit bekomme ich erst Mitte der kommenden Woche zu erfahren, wenn die Auswertung der eingeschickten Gewebeprobe vorliegt.
Ich bete für einen guten Ausgang ...



Ich habe lange überlegt ob ich das alles hier schreiben soll, aber ich brauche einfach
ein Ventil um mich mitzuteilen. Die Grübelei und die schlaflosen Nächte in denen sich alle Gedanken pausenlos nur um diese Situation dreht, lassen mich fast verzweifeln und ist
wirklich kaum zu ertragen. Es ist umso schwerer zu ertragen wenn ich daran denke,
dass wir noch vor wenigen Tagen fröhlich in einer Taverne am Meer saßen und das Leben genossen haben ohne zu ahnen, dass sich das alles so schnell ändern würde.



Ich kann allen nur einen guten Rat geben: Wenn ihr vorhabt etwas Schönes zu
unternehmen oder einen lang gehegten Wunsch in die Tat umzusetzen, dann macht
es gleich und schiebt es nicht auf die lange Bank, denn wie schnell kann alles vorbei
sein und sich die Lebenssituation von einem Tag auf den anderen ändern.



Dienstag, der 2. August

Heute wird Claudia, Reginas Tochter, aus Kiel anreisen. Wir werden gemeinsam mit
dem Oberarzt ein Gespräch führen um zu erfahren wie die weitere Behandlung bzw.
wann und ob die anstehende Operation durchgeführt wird. Wir hoffen, dass der
Gewebebefund inzwischen Klarheit gebracht hat was als nächstes zu tun ist.

Ich war in meinem ganzen Leben wie man so schön sagt immer ein "Macher", hatte alles
immer im Griff und hielt die Fäden in der Hand. Umso schwerer fällt es mir jetzt so
machtlos zusehen zu müssen wie sich die Krankheit entwickelt ohne das ich eingreifen
oder helfen kann. Diese Hilflosigkeit ist für mich wirklich sehr schwer zu ertragen.
Wir hoffen heute auf ein gutes aufklärendes Gespräch mit dem Arzt ...

Wieder sind zig Emails aus dem In- und Ausland angekommen die alle gute
Genesungswünsche und tröstende Worte enthalten. Ich bin im Moment nicht in der
Lage alle diese Mails zu beantworten, habe aber alle in einem extra angelegten Ordner gesammelt um sie bei passender Gelegenheit Regina vorzulesen. Ich bitte Euch
um Verständnis dafür, dass ich im Moment keine persönlichen Antworten geben kann,
bedanke mich aber herzlich für die Anteilname und den Zuspruch.



Mittwoch, der 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit)

Wieder liegt eine fast schlaflose Nacht mit vielen Grübeleien und nicht enden
wollenden Gedanken hinter mir. Noch immer stehen die Ergebnisse der Gewebeprobe
 nicht fest. Auch am heutigen Feiertag wird sich das laut Aussage des Arztes nicht
ändern. Also frühestens Morgen werden mir die Ergebnisse mitgeteilt. Diese
endlos erscheinende Warterei zerrt an den Nerven und so erscheinen in den
schlaflosen Nächten in meinem Kopf immer wieder die schlimmsten Bilder. Ich muss
stark bleiben und darf nicht zulassen, dass mir Regina bei meinen täglichen Besuchen
meine Befürchtungen und Ängste anmerkt.
Ich hoffe es gelingt mir weiterhin in ihrer Gegenwart einen positiven Eindruck zu
vermitteln und sie nichts von meinen Gedanken und Befürchtungen merken zu lassen.
Claudia muss heute leider wieder nach Kiel zurück fahren, wird aber vorher mit mir
zusammen Regina noch einmal besuchen. Wir haben gestern, auf Anraten unseres
Hausarztes, eine Patientenverfügung erstellt. Eine Vorsorgevollmacht und ein
gemeinsames Testament hatten wir schon vor längerer Zeit aufgesetzt und sicher
hinterlegt. Dies alles sind nur Maßnahmen für den Ernstfall und werden hoffentlich
nicht so schnell Realität werden. Es sind auf jeden Fall sehr unangenehme Dinge
die in unserem Alter und vor allem bei Krankheit unbedingt erledigt werden
müssen um spätere Auseinandersetzungen mit Behörden usw. aus dem Wege
zu gehen.



Donnerstag, der 4. Oktober

Wieder eine schlaflose Nacht. Die Hoffnung heute neue Information zu bekommen
hat sich leider nicht erfüllt, ich muss bis Morgen warten, weil am Vormittag noch eine
spezielle Röntgenuntersuchung durchgeführt wird. Endlich werde ich Gewissheit über
Reginas genauen Zustand bekommen und welche Maßnahmen nun stattfinden.
Einerseits bin ich froh dann nicht mehr im Ungewissen zu sein, aber andererseits habe
ich auch Angst vor eventuellen noch schlimmeren Nachrichten.
So, oder so wird aber die nervliche Belastung der letzten Tage und vor allem der
Nächte hoffentlich weniger werden. Dann heißt es nur noch hoffen, dass die in
Frage kommenden Behandlungen bzw. Operationen zum gewünschten Ergebnis führen.
Ganz sicher ist aber, dass dann nichts mehr wie zuvor sein wird und sich
unsere Lebensumstände ganz sicher ändern werden. Ich will es noch nicht wahr haben,
aber unsere Reisen wie bisher, wird es nicht mehr geben, das ist sicher. Ich will es noch
nicht wahr haben muss mich aber, so schwer es auch fällt, mit dem Gedanken vertraut
machen unser Wohnmobil zu verkaufen und uns an eine andere Lebensweise zu
gewöhnen. Aber das alles ist es mir wert, wenn Regina nur wieder einigermaßen
hergestellt wird und in Zukunft trotz allem ein lebenswertes Leben mit mir
führen kann. Ich werde sie auf jeden Fall nicht im Stich lassen, denn die vielen
schönen und erlebnisreichen Jahre (immerhin über 30 Jahre) die wir gemeinsam
hatten, haben uns in guten und schlechten Zeiten zusammen geschweißt. Ich kann
jetzt nur noch hoffen, dass ich Morgen ganz ehrlich erfahre wie es um sie steht
und klammere mich an den bekannten Spruch:
Die Hoffnung stirbt zuletzt.



Freitag, der 5. Oktober

Es ist 08:20 Uhr.
Um 13:00 Uhr werde ich heute im Krankenhaus sein und vom Arzt die Ergebnisse der aufwendigen Untersuchungen bekommen. Die Zeit bis dahin muss ich mich ablenken
um nicht wieder schreckliche Gedanken in den Kopf zu bekommen. Ich werde die
letzten Dinge aus dem Wohnmobil ausladen und um 10:00 Uhr zur Gasprüfung fahren,
denn am kommenden Mittwoch ist der TÜV-Termin. Wie gut, dass diese
nervenzerrende Warterei nun ein Ende hat und ich, wie auch immer, Klarheit bekomme
wie und ob sich unser Leben in der nächsten Zeit verändern wird.
In meinen Gedanken ist immer noch ein Fünkchen Hoffnung das sich die ganze
schreckliche Situation zum Guten wenden könnte.
11:30 Uhr.
Gasprüfung ohne Beanstandung. Nun schnell nach Hause und ein wenig zu Mittag
gegessen.So wie in letzter Zeit, wo ich ja alleine zu Hause bin, gibts nur schnelles
Essen, so wie heute: Fertige Bratkartoffeln mit Eisbeinsülze. So, oder ähnlich habe ich
mich in den ganzen letzten Tagen ernährt, was außer meinem Kummer und Stress
dazu geführt hat, dass ich auch abgenommen habe.



16:30 Uhr.
Die nächste große Enttäuschung, als wenn ich es geahnt hätte...
Die Uniklinik hat eine eigene Transportabteilung, die die Patienten per Rollstuhl oder
Bett zu den jeweiligen Untersuchungsorten fährt. Der für Regina beauftragte Mensch
kam zu spät und so wurde diese wichtigste Untersuchung mit Röntgen usw. heute
wieder nicht vorgenommen, weil diese Abteilung einen streng getakteten Zeitplan
hat. Regina hatte schon das Kontrastmittel getrunken und war nüchtern geblieben.
Alles umsonst! Vielleicht könnt ihr Euch vorstellen wie ich vor der gesamten
Mannschaft einschl. Arzt ausgeflippt bin. Große Entschuldigung und das Versprechen
in der nächsten Woche diese Untersuchung nachzuholen war die Folge. Morgen, am
Sonnabend ist der letzte Tag wo das Antibiotikum gegeben wird, denn dann ist sie
wieder keimfrei und ich kann sie am Sonntag zunächst nach Hause mitnehmen. In der kommenden Woche hat sie dann einen neuen Termin für die heute fehlgeschlagene
Behandlung. Danach wird der endgültige Operationstermin festgelegt. So langsam
kommen wir uns verscheißert vor und ich habe dem Stationsteam angedeutet, dass ich
mir überlege, auf Grund der Vorkommnisse einen Anwalt einzuschalten.



Sonnabend, der 6. Oktober

Heute werde ich noch einmal Dampf im Krankenhaus machen, denn nach meinem
laienhaften Verständnis von Medizin kann ich mir immerhin vorstellen, dass durch
das nicht sofortige Behandeln bzw. Operieren der Tumor die Gelegenheit bekommt,
wenn er nicht schon gemacht hat, sich weiter auszubreiten und evtl. Metastasen
zu bilden.
Also denke ich, dass hier sehr fahrlässig gehandelt wird und deshalb werde ich
alle mir gegebenen Möglichkeiten, wenn es sein muss auch Rechtliche, wahrnehmen
um weitere unterlassene Hilfeleistungen und Schlampereien seitens der Klinik
zu verhindern.



Sonntag, der 7. Oktober

Es ist 07:50 Uhr.
Heute gegen 12:00 Uhr kann ich Regina aus der Klinik abholen und zunächst bis zum
Termin der abschließenden Untersuchung in der nächsten Woche zu Hause behalten.
Wie oben schon geschrieben ist das die wichtigste Untersuchung die den Fortschritt
(evtl. Metastasen Bildung) der Krankheit ans Licht bringen soll. Ich habe zu Hause
alles nötige vorbereitet, denn sie muss, trotzdem die erste Operation erfolgreich
verlaufen ist, immer noch einen Katheder mit einem Auffangbeutel tragen. Nach der
in der nächsten Woche stattfindenden Untersuchung, zu der sie vorher schon zu Hause
ein Kontrastmittel trinken muss, wird der Termin für die Operation bei der das
betroffene Organ entfernt wird festgelegt.
Das alles tut mir unendlich leid und ich bewundere wie tapfer sie das alles erträgt.
Ich habe alles zu Hause so vorbereitet das sie sich wohlfühlt, habe alles nötige
eingekauft, die Wohnung geputzt und freue mich, sie für ein paar Tage bei mir zu
haben, denn das "Alleinsein" mit den ständigen Grübeleien wie nun alles weitergeht
 ist für mich auch nicht einfach.
Gestern in der Klinik haben wir noch darüber gesprochen, dass wir ja eigentlich immer
noch in Griechenland wären, wenn ihre Krankheit nicht mit voller Wucht ausgebrochen
wäre. Unser Termin für die Rückreise mit der Fähre von Igoumenitsa nach Ancona wäre
erst am 16. Oktober gewesen.
Ja, so schnell kann sich alles ändern wenn die grausame Realität alle Pläne zunichte
macht und ein ganzes zukünftiges Leben verändert.
12:30 Uhr.
Nun sind wir zu Hause und Regina geht es den Umständen nach einigermaßen gut.
Am Donnerstag, den 11. Oktober müssen wir um 12:00 Uhr wieder in der Klinik sein
um die verschobene Behandlung (CT) endlich fortzusetzen. Sie muss wieder das ecklige Kontrastmitteln schlucken, muss nüchtern bleiben und um 14:00 Uhr gehts in die
Röhre. Angeblich bekommen wir danach sofort das hoffentlich gute Ergebnis
mitgeteilt. Ich muss sie bremsen, denn sie will gleich in gewohnter Weise wieder
hier loslegen. Das geht nicht und das muss sie auch einsehen. Ab Morgen werde ich
dann unter ihrer Anleitung den "Hausmann" geben, mich mit der Waschmaschine, dem Staubsauger usw. vertraut machen. Sie braucht jetzt jede Unterstützung.



Dienstag, der 9. Oktober

Ich bin mit der momentanen Situation ziemlich überfordert und es fällt mir ehrlich
gesagt schwer alle anliegenden Aufgaben zu bewältigen und mich dabei noch
ausreichend um Regina zu kümmern. Sie hilft mir so gut sie kann, aber das fällt ihr
natürlich sichtlich schwer und alles Schimpfen meinerseits, dass sie sich schonen soll
fällt nicht auf fruchtbaren Boden.
Immerhin haben wir nun Termine für die nächsten anstehenden Maßnahmen erhalten.
Am Donnerstag, dem 11. 10 um 14:00 Uhr steht das CT an. Dazu müssen wir um
12:00 Uhr in der Klinik sein, damit das Kontrastmittel das sie schlucken muss bis um
14:00 Uhr wirkt.
Am 23. 10 um 07:30 (???) Uhr findet das OP Vorbereitungsgespräch statt.
Am 5. 11 um 10:00 Uhr ist die Aufnahme in die Klinik und am
7. 11 findet die Operation statt bei der ihr das bewusste Organ entnommen wird und
durch einen Außenanschluß ersetzt wird.
Wieder sind viele mitfühlende Emails angekommen die uns beiden die Kraft geben
weiterhin durchzuhalten. Vielen Dank dafür.



Mittwoch, der 10. Oktober

Trotz aller Sorgen und allen Kummers müssen die Aufgaben des normalen Lebens
weiter gehen. So habe ich unser Womo für die heutige Vorführung beim TÜV
fertig gemacht. Unsere Entscheidung das Wohnmobil zu verkaufen ist gefallen,
denn es wird, selbst wenn Regina wieder gesund wird nicht mehr möglich sein,
Reisen in bisheriger Form durchzuführen. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht
gefallen, denn Reisen war der bisherige Mittelpunkt unseres Lebens. Außerdem bin
auch nicht mehr ganz so gesund wie in den vergangenen Jahren, dass hatte sich ja
im vergangenen Winter schon angedeutet. Es haben sich schon einige Leute bei uns
gemeldet die Interesse an unserem Wohnmobil haben.
Aus diesem Grund werde ich auch wahrscheinlich in den nächsten Tagen dieses
Reisetagebuch schließen und weitere Veröffentlichungen einstellen.

Uns war es immer eine große Freude über unsere Reisen zu berichten umso schwerer
fällt uns jetzt die Einsicht das alles nun ein so abruptes Ende gefunden hat.

Unser großer Dank gilt allen die uns bisher auf den Reisen treu begleitet haben und
nun zum Ende auch großes Mitgefühl für Regina bekundet haben. Ich werde Regina
natürlich in den kommenden Wochen und Monaten zur Seite stehen und
versuchen ihr Mut, Kraft und Zuversicht zu vermitteln um diese schwere Zeit für
sie weitgehend erträglich zu machen.
Vielleicht kann ich diesbezüglich Morgen, nach der entscheidenden Untersuchung,
sofern wir das Ergebnis sofort bekommen doch noch etwas positives berichten ... 



Donnerstag, der 11. Oktober

Heute ist der entscheidende Tag für Regina und die Nervosität steigt von Minute zu
Minute. Regina ist sehr schwach geworden, aber ich tue alles um sie soweit ich kann
zu entlasten. Ich werde heute darauf drängen, dass sie nicht so lange wie geplant auf
die Op warten muss, denn selbst ein medizinischer Laie kann sehen, wie sie von
Tag zu Tag weiter abbaut. Hoffentlich bringt die heutige Untersuchung nicht die
befürchteten Ergebnisse, sondern wir bekommen endlich einmal eine mutmachende
Prognose. Ich wünsche es ihr so sehr, denn es ist wirklich auch für mich sehr, sehr
schwer mit anzusehen, sie so leiden zu sehen.

Am Rande bemerkt habe ich bzw. das Wohnmobil AU und TÜV gestern ohne
Beanstandungen bestanden.



Freitag, der 12. Oktober

07:10 Uhr.
Ich bin fix und fertig. Was sich gestern im Universitäts Klinikum Greifswald abgespielt
hat spottet jeder Beschreibung. Nun aber der Reihe nach. Was war geschehen?
Wir sollten uns um 12:00 Uhr auf der Station melden, in der Regina in der vergangenen
Woche gelegen hat. Dort, natürlich pünktlich, angekommen wurde uns mitgeteilt
wie wir auf die Idee kommen würden, dass hier die CT stattfinden sollte. Ich erklärte
der ziemlich schnippischen Schwester, dass ihre Kollegin uns diese Anweisung gegeben
hatte. Naja, auf jeden Fall mussten wir uns an einer anderen Stelle im Krankenhaus
melden, was natürlich wieder weite Wege innerhalb des Klinikums bedeuteten. Wer
das Klinikum Greifswald kennt, weiß wovon ich rede. Es ist ein riesiges Gelände mit
unzähligen Häusern und Stationen in dem man sich wirklich verlaufen kann.
Auf jeden Fall meldeten wir uns an der Annahme zum Ct und erhielten die sehr
unfreundliche, fast rüde Belehrung, was wir hier schon um 12:00 Uhr wollten, die
Behandlung ist doch erst für 14:00 Uhr angesetzt. Ich zeigte der Dame nun den
Bestellschein, dass Regina zwei Stunden vorher im nüchternen Zustand erscheinen soll.
Und das ist meiner Meinung nach 12:00 Uhr und nicht 13:00 Uhr.



Nein, wurde uns mitgeteilt wir sollen um 13:00 Uhr wiederkommen. Ich sah wie die
Dame eifrig telefonierte und dann auf einmal scheißfreundlich zu uns kam und uns
mitteilte, dass Regina wenn möglich doch noch schnell zwischendurch behandelt
werden könne .Also wurde sie um 13:30 Uhr von einer Schwester in den
Behandlungsraum geführt und nach einer halben Stunde war alles erledigt. Wir erhielten
auf Nachfrage die Auskunft, dass die Ergebnisse dieser so wichtigen Untersuchung
erst am kommenden Dienstag vorliegen würden. Also fuhren wir nach Hause, wo Regina
erst einmal etwas Essen musste, denn sie war ja immer noch nüchtern. Sie hatte starke Schmerzen und ein Anruf bei unserem Hausarzt ergab, dass es noch am Abend oder
morgen früh nach ihr sehen wollte.
Plötzlich um 17:30 Uhr kam ein Anruf aus dem Krankenhaus, dass wir sofort in
die Notaufnahme nach Greifswald kommen sollen, denn es hätten sich Probleme
(Luft im Bauch wo sie nicht hingehört, so der Originalton des Arztes) ergeben.
Natürlich war unsere Notfalltasche wie immer fertig gepackt und so ging es an diesem
Tage zum zweiten Mal ins Klinikum. Die langen Wege dort konnte Regina nicht mehr
laufen und so organisierte ich eine Rollstuhl und wir meldeten uns wie angeordnet in
der Notaufnahmen. Anschließend brachte ich sie zur Urologie und der Station wo wir
uns melden sollten. Regina bekam einen neuen Katheder eingesetzt und hatte
anschließen größere, kaum auszuhaltende Schmerzen. Große Aufregung. Zwei
diensthabende Ärzte kümmerten sich ohne Erfolg um sie und die Schmerzen wurden
immer größer.
Ultraschall und andere Untersuchungen ergaben kein Ergebnis und die Aussage der
Ärzte war, dass sie nichts finden können was den starken Schmerz verursachen könnte.
Reginas Schmerzensschreie hallten nun auf der gesamten Station und ich konnte es
kaum ertragen sie so Schreien und Leiden zu sehen. Gegen 22:30 Uhr kamen die
beiden endlich auf die Idee ihr ein schmerzstillendes Mittel zu verabreichen und nun
wurde der Oberarzt zugezogen. Wie gesagt ich war fix und fertig und war kurz
vorm explodieren. Als nächstes Problem zeigte sich, dass auf dieser Station alle Betten
besetzt waren und nun begannen sie ein Bett auf einer anderen Station zu
organisieren. Regina war inzwischen durch das starke Schmerzmittel abgetreten und
bekam zum Glück Garnichts mehr mit. Ich konnte das alles nicht mehr mitansehen und
fuhr nach Hause ehe ich noch evtl. hier unbedachte, der ganzen Aufregung und der
unmöglichen Situation geschuldeten Äußerungen machen würde. Ich musste mich
wirklich mit aller Kraft zurückhalten um nichts zu unternehmen was vielleicht die
ganze Situation noch verschärft hätte. Gegen 23:50 Uhr war ich wieder zu Hause.
An Schlaf war natürlich nicht zu denken und so habe ich die Nacht, wie so oft in den
letzten Tagen, mit Grübeln und Überlegungen verbracht, was ich tun könnte um ihr zu
helfen.
Die ganze Zeit war aber nicht mehr die Rede von der "Luft in Reginas Bauch die dort
nicht hingehöre" und deswegen wir ja schnell kommen sollten. Sehr merkwürdig ...
Natürlich werde ich heute wieder hinfahren um ihr beizustehen und sie nicht merken zu
lassen wie sehr ich innerlich aufgewühlt bin. Außerdem will ich erfahren wie nun gegen
die Schmerzen usw. vorgegangen wird.
Diese ganze Situation ist für mich kaum auszuhalten und ich muss mich immer wieder
selbst ermahnen ruhig zu bleiben.



Sonnabend, der 13. Oktober

Ich war gestern nicht mehr in der Lage die Ereignisse die sich an diesem Tage noch
abspielten zu berichten. Jedenfalls habe ich nach mehreren Telefonaten endlich
herausbekommen auf welche Station man Regina wegen Bettenmangels in der Urologie verfrachtet hatte. Natürlich fuhr ich, wie jeden Tag dorthin um sie zu besuchen.
Ich war überrascht in welch gutem Zustand ich sie angetroffen habe. Sie erzählte mir,
dass sie heute nüchtern bleiben muss weil die große Operation am Nachmittag
stattfinden sollte. Der Arzt hat nun auf Grund ihrer Schmerzen wohl eingesehen,
dass diese Operation vorgezogen werden müsse und nicht erst, wie zunächst geplant,
 erst Anfang November ausgeführt werden soll. Sie war, trotz der schwere der
Operation, sichtlich froh das alles hinter sich zu bringen.
Nach dem Besuch bei ihr ging ich noch einmal in die Urologie und schnappte mir den behandelnden Arzt. Nun hörte sich das schon wieder ganz anders an. Er erklärte mir,
dass um 15:00 Uhr eine Besprechung des OP-Teams stattfindet, in der festgelegt wird
wann genau die OP stattfinden soll. Ich solle gegen 16:00 Uhr anrufen um das Ergebnis
dieser Besprechung zu erfahren. Gesagt, getan meldete ich mich um 16:00 Uhr und
bekam auch wieder nur ungenaue, ausweichende Antworten mit dem Versprechen,
dass mich nach kurzer Zeit der Arzt zu Hause anrufen würde und mir genaueres
mitteilen wolle. Ich ließ das Telefon nicht aus den Augen um diesen wichtigen Anruf
nicht zu verpassen, aber nichts geschah. Kurz nach 19:00 Uhr hielt ich es nicht mehr
aus und rief erneut im Krankenhaus an, wo ich dann ganz lapidar erfuhr, dass die OP
nun heute doch nicht mehr stattfinden soll. Nun platzte mir endgültig der Kragen
und aufgebracht ich sagte dem Arzt was ich von diesen Methoden auf dieser Station
halte und wie man mit den Patienten umgehen würde. Zum zweiten Mal wurde Regina
körperlich und seelisch auf diese Operation vorbereitet und dann wurde alles
wieder abgeblasen. Haben denn diese Menschen eine Ahnung davon, dass sich die
Patientenseelisch und moralisch auf eine so große Operation vorbereiten um dann
wiederholt zu erfahren das nichts passieren wird?
 Meine Ansage muss in meiner Aufregung ziemlich deftig gewesen sein, denn sehr
kleinlaut stammelte der Arzt eine ziemlich lahme Entschuldigung. Ich weiß zur Stunde,
es ist jetzt06:00 Uhr am Sonnabend früh, noch nicht wie Regina diese Nachricht
aufgenommen hat und wie sie die erneute Enttäuschung verkraftet hat.
 Diese schwere OP, die laut der Ärzte bis zu 6 Stunden dauern könne, soll nun
(auch wieder wischi,waschi Aussage) im Laufe der nächsten Woche stattfinden.
 Ich verstehe nicht, dass man ihr Morgens sagt das die OP heute stattfinden soll um
dann zu erfahren April, April tut uns leid.
Wenn ich später im Krankenhaus Regina besuche bin ich jetzt schon besorgt wie sie
die erneute Absage der OP überstanden hat. Auf jeden Fall werde ich mir noch einmal
den Arzt schnappen um zu erfahren, welchem Umstand sie es zu verdanken hat,
dass die Op erneut abgesagt wurde. Er sollte sich auf jeden Fall sehr warm anziehen.
Immerhin konnte ich in Erfahrung bringen, dass man sie nun wieder in die urologische
Station verlegt hatte und das der Tumor angeblich nicht gestreut hat und keine
anderen Organe betroffen sind. Auf Grund der vergangenen Vorkommnisse bin
ich aber skeptisch ob diese Aussage, entgegen allen anderen Aussagen, mal der
Wahrheit entspricht.
Die ganze Situation ist auch an mir nicht ohne weiteres vorbei gegangen umso schwerer
wird es für Regina als kranken Menschen sein, damit zurecht zu kommen. So klein und zerbrechlich wie sie im Moment aussieht ist sie dennoch sehr, sehr tapfer und kämpft
darum weiter Leben zu können. Das ist wirklich bewunderungswürdig und ich weiß
 nicht ob ich diese Situation so verhältnismäßig gut überstehen könnte.
 
Auf die momentanen körperlichen Auswirkungen die Reginas Krankheit bewirkten will
ich hier nicht näher eingehen. Nur soviel: Ihre geschrumpfte Blase ist voller Tumore und
muss auf jeden Fall entfernt werden. Dann bekommt sie einen so genannten
Außenanschluß.
Laut der Krankenhausärzte und unseres Hausarztes leben viele, auch jüngere Menschen
 schon seit Jahrzehnten ohne Schwierigkeiten und Schmerzen mit dieser "Ersatzblase"
und können, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, ein fast normales Leben führen.

13:00 Uhr.
Ich bin aus der Klinik zurück. Regina geht es immer schlechter, sie ist nur noch ein
Häufchen Elend, wird immer schwächer und kann grade noch mit etwas Hilfe aufstehen.
Nun hat sie den dritten Tag schon nichts zu Essen bekommen weil angeblich immer
wieder Tests gemacht werden müssen für die sie nüchtern bleiben muss.
Ich hatte ein Gespräch mit dem Arzt der mal wieder mit halbseidenen Aussagen
versuchte mir zu erklären wieso und warum die zur Zeit stattfinden Maßnahmen
nötig sind. Ich habe ihm aber mal aus unserer Sicht versucht zu mitzuteilen wie wir die
ganze Angelegenheit sehen und das es für uns unverständlich ist uns andauernd mit
gegensätzlichen Aussagen beruhigen zu wollen. Immerhin hat er mir heute noch
einmal bestätigt, dass die OP in der kommenden Woche geplant bzw. auch ausgeführt
wird.
Ich bin mir nicht sicher ob ich dieser Aussage nach den letzten Vorfällen nun
Glauben und Vertrauen schenken kann.


Sonntag, der 14. Oktober

Es ist 01:30 Uhr.
Wie schon seit Tagen kann ich immer nur mal kurz schlafen, denn die Bilder von
gestern aus dem Krankenhaus gehen mir nicht aus dem Kopf. Ich bin so traurig und
immer mehr drängt sich bei mir der Gedanke an das schlimmste auf. Ich muss mit
aller Kraft versuchen nicht in Lethargie oder Depression zu verfallen. Noch funktioniere
ich, halte die Wohnung in Ordnung, mache mir Essen usw. Aber der Gedanke wie
die Zukunft und wie mein Leben dann aussehen wird, wenn tatsächlich das schlimmste
 eintreten wird, drängt mir immer wieder auf ob ich will oder nicht. Will ich dann
überhaupt alleine weiterleben?
Ich muss mich zusammenreißen und solche Gedanken aus dem Kopf verjagen aber
es ist sehr schwer. Der Fernseher läuft, ich sehe die Bilder, höre die Stimmen aber
ich könnte nicht sagen was ich sehe und höre. Hoffentlich wird es bald wieder hell
und die bösen Geister und Gedanken verschwinden für einige Zeit. Am Vormittag fahre
ich wieder zu Regina in die Klinik und ich wäre so froh wenn ihr Zustand nicht wieder
schlechter geworden ist. Alles Beten hat bisher nicht dazu geführt das Besserung
eingetreten ist ...

06:50 Uhr.

Es wird langsam hell und ich bin mal wieder wie gerädert durch den Schlafmangel
aufgestanden. Aber das alles ist nichts gegen das was Regina durchmachen muss.
Ich wollte ich könnte ihr die Schmerzen abnehmen. Ich hatte ja gestern Abend gegen
21:00 Uhr noch einmal in der Klinik angerufen und mich nach ihrem Zustand erkundigt.
Die Auskunft das sie wieder Schmerzen und damit zur Nacht ein schmerzstillendes
Mittel bekommen hat, trägt nicht dazu bei meine trüben Gedanken aufzuhellen.
Gegen 09:30 Uhr fahre ich in die Klinik um pünktlich bei ihr zu sein. Ich weiß, dass
sie sich genau wie ich, auf meinen Besuch freuen wird. Ich hoffe sehr, dass sich
ihr Zustand nicht verschlechtert hat und der Arzt mir, bei dem heutigen Gespräch,
keine weiteren schlechten Nachrichten mitzuteilen hat ...

12:45 Uhr

Ich bin aus der Klinik zurück und ungemein erleichtert. Reginas Zustand hat sich
entgegen zu gestern um 180 Grad geändert. Sie spricht wieder klar, hat gegessen
und hat sich wirklich auch im Aussehen verbessert.
Ich bin so froh sie in diesem Zustand zu sehen und schöpfe wieder neue Hoffnung.
Sie liegt zwar wieder in einem Einzelzimmer und ich muss wieder Schutzkleidung
mit Mundschutz usw. anziehen. Der Arzt erklärte mir, dass alle ihre Werte, wie
Blutdruck, Herz und Kreislauf so langsam den Normalzustand erreicht haben und sie
wollen kein Risiko eingehen um wieder einer Infektion vorzubeugen. Darum diese
Vorsichtsmaßnahme. Die Aussicht, dass sie auf Grund ihres verbesserten Zustands
in dieser Woche operiert werden kann ist damit nun ziemlich sicher.
Nun geht es mir auch sehr viel besser und die Albträume der vergangenen Nacht
werden allmählich verblassen. Haben meine Gebete wirklich geholfen?
Ich habe nun eine gewisse Zuversicht das sich alles zum Guten wenden wird,
wenngleich auch noch ein langer Weg vor uns liegt ...



Montag, der 15. Oktober

Wieder ein neue Baustelle und ein neues Problem. Als mein Womo am Mittwoch zum
TÜV in unserer Werkstatt war hat einer der Mitarbeiter der Werkstatt das Womo
rückwärts gegen ein Hindernis gesetzt. Dabei wurde die hintere Stoßstange
erheblich beschädigt. Von heute ab, soeben wurde das Womo abgeholt, habe ich nun
auf Grund der drei Tage dauernden Reparatur für diese Zeit keinen fahrbaren
Untersatz um meine tägliche Fahrt in die Klinik zu unternehmen. Für Morgen, wurde
mir versprochen, wird mir ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt.
Der bekannte Spruch: Wenn es dicke kommt, dann kommst richtig dicke trifft hier nun
auch mal wieder zu. Habe ich denn nicht schon genug Sorgen?
Ich muss gleich in der Klinik anrufen damit man Regina Bescheid sagt, dass ich heute
(das erste Mal seit ihren Aufenthalt dort) nicht kommen kann. Ich hatte sie aber schon
darauf vorbereitet, dass dieser Fall eintreten könnte.
Ansonsten heißt es für mich weiterhin darauf zu hoffen, dass es mit Regina aufwärts
geht und sie die anstehende Operation weitgehend schadlos überstehen wird.
Natürlich bin ich, trotzdem ich sie heute nicht besuchen kann. in Gedanken immer
bei ihr und das weiß sie auch.

17:30 Uhr.
Ich war doch heute in der Klinik, denn ich hatte Glück, denn unsere Nachbarin wollte
 Regina heute besuchen und so konnte ich mitfahren. Regina hat sich natürlich gefreut
das ich so unverhofft doch noch gekommen bin. Scheinbar geht es ihr genau so gut
wie gestern, trotzdem sie heute wieder allerhand anstrengende Untersuchungen über
sich ergehen lassen musste. Ich hoffe, dass das alles nun schnell voran geht und sie
operiert wird, damit sie dann hoffentlich bald auf dem Wege der Genesung sein wird.


Dienstag, der 16. Oktober

17:00 Uhr.
Ich war heute lange bei Regina in der Klinik und konnte dabei sein als sie auf die
Morgen stattfindende Operation mental vorbereitet wurde. Ich will hier nicht auf
Einzelheiten eingehen was alles über Risiken und eventuell auftretende nicht
vorhersehbare Dinge gesagt wurde. Es hat sich für medizinische Laien die wir ja sind
ziemlich dramatisch angehört. Mir ist ganz komisch geworden und habe Regina
bewundert wie ruhig und gefasst sie das alles aufgenommen hat was sie dann
unterschreiben musste.
Ich hätte unmöglich so cool bleiben können was dort alles gesagt wurde und hätte
mir vor Angst bestimmt in die Hosen gemacht. Auf meine Frage an Regina ob sie denn
keine Angst hätte sagte sie nein und sie wäre nur froh das es jetzt endlich vorangeht.
Soviel Mut und Tapferkeit hätte ich niemals an den Tag legen können. Auf jeden Fall
wird das laut der Ärzte eine der aufwendigsten Operationen die in diesem Jahr bisher
hier ausgeführt wird.
Ihre Werte sind jetzt so gut, dass die Op nun am morgigen Tag stattfindet. Ein
zehnköpfiges Operationsteam wird die mindestens sechs Stunden dauernde Operation durchführen. Alle Operateure, Anästhesisten und OP-Schwestern die an der Op
teilnehmen müssen doppelt besetzt sein, in dem Fall das jemand während der OP
 ausfällt. Über das alles und noch viel mehr wurden wir während des Gesprächs
genauestens informiert.
Nun bleibt mir nur noch übrig die Nacht und den Tag morgen selbst gut zu überstehen
und unser Hausarzt wird mir ein Beruhigungsmittel und ein Schlafmittel geben damit
ich die Nacht endlich einmal durchschlafen kann um Morgen auf die erlösende Nachricht
das alles gut verlaufen ist zu warten. Die Ärzte haben sich in sofern positiv geäußert,
weil Regina keinerlei Vorerkrankungen hatte und ihr ganzes Leben immer gesund war.
Ich drücke ihr nun die Daumen mit dem Wunsch alles gut zu überstehen. Die Zeit
nach der hoffentlich gelungenen Operation wird ebenfalls nicht leicht für Regina,
so die Aussage der Ärzte und wir müssen beide alle Kraft aufwenden um diese Zeit
zu überstehen und das geht nur mit viel Zuwendung und Geduld.
Ich bin bereit alles zu tun was in meiner Macht steht um es Regina so leicht wie
möglich zu machen wieder in ein einigermaßen normales Leben zurück zu kehren.
Die nächsten Stunden werden bestimmt die schwersten meines Lebens werden
und ich werde für einen guten Ausgang beten.



Mittwoch, der 17. Oktober

05:50 Uhr.
Heute ist der wichtigste Tag in unserem gemeinsamen Leben. An diesem Tag wird
das Schicksal über unser weiteres Leben entscheiden. Ich habe gestern Abend versucht
mich etwas abzulenken in dem ich mir das Fußballspiel Deutschland - Frankreich
angesehen habe. Aber auch während des Spiels gingen mir immer wieder, wie in
den vergangene Wochen die quälenden Gedanken und Bilder durch den Kopf.
Das Schlafmittel konnte sich nicht gegen meine innere Anspannung durchsetzen und
so habe ich wieder eine fast schlaflose Nacht hinter mir. Die Hilflosigkeit nichts tun zu
können, sich zur Ruhe zu zwingen und nur abwarten zu können wie die OP verläuft ist
fast nicht zu ertragen und meine Nerven sind an der Grenze der Belastbarkeit. Die OP-Vorbesprechung und die darin aufgeführten Risiken haben nicht gerade zur Beruhigung beigetragen. Ich wünsche mir so sehr, dass Regina diese aufwendige, große Operation
gut übersteht und hoffe, dass das OP-Team eine guten Tag erwischt hat und ihnen
alles ohne große Probleme gelingt.
Das einzige was mich immer wieder hoffen und die Zeit bis nach der OP ertragen lässt,
 war Reginas Stärke, ihr Optimismus und ihr spürbarer Wille weiter Leben zu wollen.
Ich hoffe, dass meine Gebete dazu beitragen werden, dass Gott seine schützende
Hand über sie hält und sie mir erhalten bleibt.
Die vielen Untersuchungen und Tests haben dazu geführt, dass die Ärzte von ihrer
ehemaligen Planung (Bild unten) die Operation durchzuführen abgerückt sind und sie
nun auf Grund der Dringlichkeit auf heute vorgezogen haben.



08:00 Uhr.
Trotzdem meine Gedanken verständlicherweise ganz woanders sind ist mir eingefallen
das, wenn Regina nicht krank geworden wäre, wir gestern mit der Fähre von
Igoumenitsa nach Ancona gefahren und heute in Richtung Heimat unterwegs sein
würden. Wie gut, dass ich vor ca. vier Wochen instinktiv und konsequent gegen den
Willen Reginas die richtige Entscheidung getroffen und die Reise "ohne wenn und
aber" vorzeitig beendet habe. Sie wollte mir zuliebe, ohne an sich zu denken, die
Reise wie geplant zu Ende bringen. Im Nachhinein, nachdem ihre Krankheit bestätigt
war, sieht sie nun ein das ich richtig gehandelt habe.

09:15 Uhr.
Ich habe in der Klinik angerufen und erfahren, dass die OP um 10:30 Uhr plus/minus
30 Minuten stattfinden soll. Die Oberschwester gab mir den Rat jetzt nicht in die Klinik
zu kommen, weil das Regina, die schon in der Vorbereitungsphase liegt, unnötig 
stören würde. Das leuchtet mir ein, fällt mir aber trotzdem sehr schwer nun
stundenlang untätig zu sein und auf das hoffentlich positive Ergebnis der
Operation zu warten.
In den letzten Wochen glaubte ich oft alles nur zu träumen und wenn ich
wach werde, sich das alles nur als Albtraum heraus stellen und alles in Ordnung
sein würde. Leider sieht die Realität aber ganz anders aus.


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