Jonnys Reisebericht 2009
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Vorwort

Für alle Fotointeressierten möchte ich in diesem Vorwort noch eine Information über mein Foto-  Equipment auf dieser Reise geben. Auf Grund meiner Erfahrung der letzten Jahre, bei denen ich auf meinen Reisen immer das „große“ Equipment dabei hatte und zu fast allen Gelegenheiten für die sich grade ergebenen Motive natürlich immer das verkehrte Objektiv drauf hatte, habe ich in diesem Jahr beschlossen mein Reise Equipment rapide zu vereinfachen.

Alle Fotos in dem folgenden Reisebericht habe ich ausschließlich mit der Canon 40D und dem neu auf dem Markt erschienenen Tamron 18-270 mm Objektiv gemacht. Meine anfängliche Skepsis gegenüber dieser Kombination verflog sehr schnell, denn mit den Ergebnissen dieser Kombination war ich sehr zufrieden, da ich in allen Situationen immer das richtige sehr flexibel einsetzbare Tamron drauf hatte. Ob Landschafts, Natur, Macro oder sonstige Aufnahmen, es war und ist einfach toll die Ergebnisse anzusehen. Durch den Cropfaktor von 1:1.6 der 40 D hatte ich auch gute Ergebnissen bei Aufnahmen im Telebereich. Auf  jeden Fall hatte ich in diesem Jahr nicht die Schlepperei mit meinem übrigen Equipment und konnte mich wunderbar frei mit dieser Ausrüstung bewegen. Der reich bebilderte Reisebericht zeigt Fotos aus verschiedenen Bereichen wie Landschaften, Naturfotos, Städtefotos, Tele- und Macro Aufnahmen sowie für Interessierte auch Aufnahmen von einigen Camping- bzw. Wohnmobil Stellplätzen.
Um es vorweg zu nehmen:
Ich habe auf Grund vieler wetterbedingter Umstände wieder nicht das eigentliche Ziel der Reise, die Krim erreicht. Auch einige andere der geplanten Länder wurden gestrichen, weil ich so viele schöne Landschaften und Ereignisse erlebt habe, die einen längeren Aufenthalt verdient hatten....




Foto- und Urlaubsreise 2009 durch Teile Ost-Europas

Mit einem Tag Verspätung, weil der Check unseres Wohnmobils doch etwas länger gedauert hat, starteten wir also am 9. April zu unserer diesjährigen Foto / Urlaubsreise Richtung Osten. Unser Hauptziel soll in diesem Jahr die Halbinsel Krim im Ukrainischen Teil des Schwarzen Meeres werden. Unsere erste Etappe führte uns über den Grenzübergang Schwedt an der Oder in die uns schon bekannte polnische Ortschaft Znin.

Der Grenzübergang Schwedt nach Polen


Nach 504 Kilometern hatten wir unser Tagesziel erreicht und mussten mit Schrecken feststellen, das der gemütliche kommunale Campingplatz noch nicht eröffnet war.  Stimmt ja auch, denn wir hatten nicht bedacht, dass wir in diesem Jahr ziemlich früh dran waren. Der Platz öffnet erst am 1. Mai. Auf dem Nebengrundstück, einem Segelclub hier am Zninner See fanden wir aber für eine Nacht einen ruhigen Stellplatz und nach einem abendlichen Spaziergang mit unserem Benjamin ging es mit der untergehenden Sonne recht früh in die Koje.

Abendstimmung am Zninner See


Am frühen Morgen konnte ich diesen Haubentaucher am Zninner See fotografieren


Am nächsten Morgen machten wir und recht früh auf den Weg, um das uns auch schon bekannte Ostroda (Osterode) zu erreichen.

Und hier im Wassersportclub "Sokol" verbrachten wir sehr schöne Tage


Ein recht reger Verkehr erwartete uns auf den teilweise noch ziemlich schlechten Straßen und so brauchten wir für die 220 Kilometer dieser Etappe gute 5 Stunden. Panie Jola und Pan Andre die den Wassersportclub „Sokol“ leiteten, begrüßten uns erfreut und so beschlossen wir einige Tage hier zu verbringen. Ostroda bietet sehr viele Einkaufsmöglichkeiten, die wir auch reichlich nutzten. Auch die Seepromenade mit den vielen Restaurants war fast täglich Anlaufziel unserer Spaziergänge.

Die Bilder (oben) zeigen Impressionen  die an der Seepromenade in Ostroda entstanden sind

Abendstimmung am Ostroder See


Kleine Pause an der Seepromenade am Ostroda See


Die Seepromenade mit den vielen Restaurants am Ostroda See


Das Wetter war fast unwirklich schön und es verging kein Tag an dem die Sonne nicht schien. Die Abende und Nächte waren allerdings noch ziemlich kalt, es ging teilweise bis auf -1° Celsius runter, aber unser „Heizofen“ machte aus unserem Womo ein gemütliches Heim. Digitales Fernsehen und Radio, sowie einige gute Bücher, die wir wohlweislich mit an Bord hatten ließen die Abende kurzweilig vergehen. Jeden Morgen freuten wir uns über den ständigen herrlichen Sonnenaufgang und die sonnigen Tage mit fast südlichen blauem Himmel.. Wir konnten uns ja viel Zeit lassen und wollen, bevor wir in die Ukraine fahren, noch einige Orte anfahren und unsere polnischen Freunde aus den vergangenen Jahren besuchen. Unser nächstes Ziel sollte „Ruska Wies“ sein, wo wir unseren alten Freund Heinrich treffen wollten.

Die sehr gut ausgebaute und verkehrsarme Straße nach Ruska Wies


Am Dienstag, den 28.4. früh Morgens verließen wir Ostroda um in östlicher Richtung nach Ruska Wies zu fahren. Unterwegs, an einer der zahlreichen Raststätten, legten wir eine Pause ein und gönnten uns ein gutes preiswertes Mittagessen. Zweimal Schnitzel (tellergroß) mit Pommes und Salat, dazu eine große Cola und ein großes Bier kostete zusammen nur 36.- Sloty, also umgerechnet ca. 7.- Euro.

Ein gutes und preiswertes Mittagessen unterbrach unsere Fahrt nach Ruska Wies


Derzeitig stand der Euro sehr hoch im Kurs (ca. 4,50 Sloty für einen Euro) sodass wir in diesem Jahr hier in Polen wirklich sehr preiswert über die Runden kamen. Auf jeden Fall erreichten wir gegen Mittag Ruska Wies  nach 119 Kilometern und hier erwartete uns eine schlechte Nachricht. Unser alter Freund Heinrich, ein Deutscher der aber hier in Polen wohnt und den Campingplatz Seeblick managt, hatte vor kurzem einen Schlaganfall erlitten und war deshalb nicht vor Ort. Das wird viele Reisende sehr traurig stimmen, denn Heinrich war die gute Seele des Campingplatzes. Hoffentlich erholt er sich wieder…..
Hier in der puren Natur und absoluten Ruhe verbrachten wir einige schöne Tage, bei unglaublich schönem sonnigen Wetter und hier konnte ich auch sehr schöne Natur- und Landschaftsfotos  machen. Wir hatten gehofft hier einige Deutsche die ebenfalls mit dem Wohnmobil unterwegs sind zu treffen, aber nur ein Womo verirrte sich für 2 Tage hierher. Später  zum 1. Mai kamen doch noch einige Camper hier an.

Ruska Wies, einer der schönsten polnischen Campingplätze bot uns sehr viele unterschiedliche Fotomotive


An einem der Tage bemerkten wir, das unser Benjamin einen ziemlich großen Furunkel bekam, der uns natürlich große Sorgen bereitete. Marian bot sich an mit uns zu einem Tierarzt nach Sensburg (Margowo) zu fahren. Dieser stellte fest, dass es nötig war unseren Frechdachs mit einer Chemospritze und verschiedenen anderen Mitteln zu behandeln. Diese Prozedur wiederholten wir in den nächsten Tagen noch zweimal. Nach gut 10 Tagen war alles überstanden und unser Benjamin wieder gesund und munter und tollte wie gewohnt lebenslustig und lebendig herum.

Nach bestandener Behandlung war unser Benjamin wieder ganz der "Alte".


Marian, der Besitzer des Ruska Wieser Campingplatzes bat mich doch einige Tage hier zu bleiben, denn er erwartete einige geführte Gruppenreisen und seine deutschen Sprachkentnise waren gleich Null. OK, also blieben wir als Dolmetscher noch einige Tage zu günstigen Bedingungen, erledigten seine deutschen und internationalen Emailanfragen und halfen auch bei anderen Gelegenheiten aus….

Am Donnerstag, den 14.Mai machten wir uns aber dann auf den Weg nach Goldap (119 Kilometer), am Rande der Rominter Heide (Puczta Rominska). Da wir aber in diesem Jahr sehr früh dran waren, trafen wir hier niemanden an, denn der Platz öffnete erst am 15.Juni. Wie gut, dass wir einen Umformer an Bord haben und so „eigenen Strom“ zum Fernsehen hatten. Hier verbrachten wir 3 Tage hier am schönen Goldaper See in völliger Ruhe und Abgeschiedenheit und natürlich brauchten wir auch nichts bezahlen, was unserer Reisekasse zugute kam.

Unser Stellplatz am Goldaper See. Die gegenüberliegende Seeseite gehört schon zu Weißrussland.

Ein schöner Park neben dem Goldaper Marktplatz


An einem der Tage machten wir einen Ausflug (75 Kilometer) nach Zytkiejmy um uns die legendären Zwillingsbrücken anzusehen.

Die Zwillingsbrücken von Zytiejmy


Danach fuhren wir nach Zietkelmy und besuchten den Schweizer Förster, von dem wir durch einen Dokumentarfilm im 3. deutschen Programm erfahren hatten.. Der Schweizer hatte sich schon vor 18 Jahren hier angesiedelt  und bewohnte ein sehr schönes Haus Hier bekamen wir einige gute Tipps über interessante Sehenswürdigkeiten usw. Am Sonntag, den 17. Mai verließen wir Goldap und fuhren über Seijni in Richtung Augustow.

Rapsfelder so weit das Auge reicht....


Auch das kann man bei der Fahrt durch die polnischen Dörfer erleben...


Unser angesteuertes Ziel, der Campingplatz Giby, war auch noch geschlossen und so fuhren wir Ziel- und Planlos durch die wunderschöne, nicht enden wollende Landschaft der Augustower Heide (Puczta Augiustowa). Wir beschlossen uns nach Nowinka, zur Familie Rowinsky durchzuschlagen, wo wir im vorigen Jahr zwangsläufig für 4 Tage campieren mussten, weil wir die Getriebereparatur abwarten mussten. Auf dem Weg dorthin legten wir auf einem kleinen Parkplatz an einem See eine Pause ein und entdeckten das folgende Schild:

Dieses Schild interessierte uns und natürlich probierten wir das Angebot aus , dass man telefonisch bestellen konnten


Kaum zu glauben, aber nach wenigen Minuten kam ein kleiner Lieferwagen und brachte uns die bestellten Speisen und Getränke.

Der kleine Parkplatz an dem wunderschönen See mit dem Angebotsschild


Das Problem war nun, den richtigen Weg zu den  Rominskys  zu finden, ohne uns wieder auf den vielen Sandwegen festzufahren. Dazu muss man wissen, das die Augustower Heide nicht eine Heide im Sinne einer Heidelandschaft ist, sondern aus einem riesengroßen Urwaldähnlichen Gebiet besteht, wo man immer wieder unweigerlich die Orientierung verliert. Mitten im Wald entdeckten wir dann aber ein Haus und die nette junge Polin versuchte uns den Weg zu erklären, was aber auf Grund der vielen Abzweigungen schier unmöglich war zu behalten. An einer der alle gleich aussehenden, tiefsandigen Wegekreuzungen blieben wir einfach stehen und hofften darauf, dass jemand vorbeikommen würde um uns weiter zu helfen. Plötzlich kam ein Geländewagen und siehe da, es war der Vater der Rominskys, der einen Anruf der polnischen Frau aus den Haus im Wald bekommen hatte. Er eskortierte uns nun auf den einige Hektar große Besitz der Familie Rosinsky, dass wir dann nach 76 Kilometern erreichen. Herr Rosinsky ist beim Staat als oberster Revierförster angestellt und betreibt nebenberuflich noch ein kleines Sägewerk. Hier an seinem privaten See auf dem schönen Gelände in absoluter Ruhe, weit ab aller Straßen und Ortschaften wollen wir einige Tage verbringen uns auf  vielen Spaziergängen mit unserem Benjamin, der sich wieder gut erholt hat. Es gibt hier kein Geschäft oder sonstiges und hatten wir uns vorher gut mit Proviant eingedeckt. In der Hoffnung, dass die junge Frau Rowinsky irgendwann mal zum Einkaufen nach Augustow fährt, haben wir schon einen Zettel vorbereitet, auf dem wir das was wir noch brauchten (Brot, Brötchen usw.) aufschrieben. Evtl. kann ich auch mitfahren und auch noch einiges an Grillfleisch, Gemüse, Obst und Getränke besorgen.

Hier einige Impressionen von unserem Stellplatz bei der Familie Rowinky mitten im "Urwald" der Augustower Heide


Das Wetter nimmt nun seit 2 Tagen sommerliche Temperaturen an, sodass wir auch in den nun nicht mehr zu kalten Nächten nicht mehr unseren Heizofen in Betrieb haben mussten. Die Prognose für die Nächsten Tage versprechen weiterhin gutes Wetter und so beschließen wir hier in der wirklich abgeschiedenen Welt etwas länger als geplant zu verweilen. An einem der Tage die wir hier verbrachten, kam Christof Rowinsky mit einem kleinen Hirschkälbchen aus dem Wald zurück. Dieses war von der Mutter verlassen worden und wird nun hier aufgepäppelt um später wieder ausgewildert zu werden. Für die Kinder der Rowinskys war das natürlich eine willkommene Abwechslung in dieser Einsamkeit.

Dieses kleine Hirschkälbchen, von seiner Mutter verlassen wird nun hier bei den Rowinskys großgezogen


Selbst die Oma kümmert sich liebevoll um den Kleinen


Für die Kinder eine willkommene Abwechslung


Das kleine Hirschkalb wird zunächst mit der Flasche großgezogen um später wieder ausgewildert zu werden


Nach 14 Tagen brachen wir am 1.Juni auf und machten endlich unsere Absicht war einmal „wild“ im Gelände zu übernachten war und fanden einen schönen ruhigen Platz am Waldrand in der Nähe von Czechowisna an einem See, der in unserem Infobuch als Vogelreservat beschrieben war. Unterwegs in Augustow suchten wir noch einen Supermarkt auf um unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Bei dieser Gelegenheit stellte ich fest, dass das Glas unseres linken Scheinwerfers aus der Fassung zu fallen drohte. Nun war guter Rat teuer.... Es war Sonntag und nach unserem deutschen Denken natürlich unmöglich eine Werkstatt zu finden, die diesen Schaden beheben konnte. In Polen aber kein Problem, denn ein paar Meter weiter fanden wir eine geöffnete Werkstatt, die den Schaden in wenigen Minuten preiswert beheben konnte. Wie gesagt standen wir dann eine Nacht "wild" in der wunderschönen Natur und absoluter Ruhe.  Gegen Abend sahen wir dann Hasen, Störche, Hirsche und Wildschweine in unmittelbarer Nähe unseres Standortes. Das war natürlich ein besonderes Erlebnis, dass wir auf den Campingplätzen natürlich nicht hatten. Auch hier tat unser Umformer wieder gute Dienste, sodass wir auf das abendliche Fernsehprogramm nicht verzichten mussten.

Am nächsten Tag ging die Fahrt dann weiter Richtung Süden an einen der großen polnischen, weitgehend natur belassenen  Ströme den „Bug“. Der Bug ist der Grenzfluss zwischen Polen, Weißrussland und der Ukraine. Hier fanden wir wieder einen ruhigen Platz direkt am Fluss an einer Stelle wo man auf telefonischer Bestellung einen Fährmann ordern kann, der einen dann auf einer motorlosen Fähre, die durch die starke Strömung den Fluss queren kann übersetzen kann. Auf den unendlich weiten Wiesen, die zu bestimmten Zeiten im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze aus der „Hohen Tatra“ einsetzt, als Überschwemmungsgebiete dienen, konnten wir schöne Spaziergänge mit unseren Benjamin machen, der sich nun wieder ganz erholt hat und wieder ganz der „Alte“ war.

Impressionen von unserem ruhigen Platz am Grenzfluss "Bug"


Am nächsten Morgen nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Wlodawa, das direkt im Dreiländereck Polen, Weißrussland und Ukraine liegt.

An der Grenze nach Weißrussland


Kurz vor Wlodawa fanden wir wieder einen sehr schönen, ruhigen Platz auf einer Waldlichtung und auch hier hatten wir gegen Abend wieder die Gelegenheit ein paar Tier zu beobachten und bei einem Spaziergang mit Benni entdeckte ich auch einen höhlenartigen Tierbau indem ich grade noch das Hinterteil eines größeren Tieres verschwinden sah. War es ein Fuchs? Ich suchte die nähere Umgebung nach weiteren für einen Fuchsbau typischen Aus/Eingängen ab, fand aber nichts. Was kann das nur für ein Tier gewesen sein? Abends legte ich mich mit der Camera für ca. eine Stunde auf die Lauer, aber nichts tat sich…

An dieser Höhle, in der ich ganz kurz etwas großes, pelziges verschwinden sah, legte ich mich für einige Stunden auf die Lauer - aber nichts geschah.... Schade, denn es hätte mich schon interessiert, welches Tier dort wohnte


Dann aber entdeckte ich jede Menge weißbrauner Federn, ein ca. 30 x 40 cm großes Stück Fell, wahrscheinlich eines Frischlings und den Unterschenkel eines kleinen Rehs. Das ließ mich vermuten, dass es sich nicht um einen Fuchs sondern um ein größeres Tier handeln konnte…..

Dafür konnte ich aber einige schöne Aufnahmen aus der Vogelwelt machen. Unter anderem habe ich das erste Mal einen Wiedehopf in Natura gesehen und ablichten können.

Hier ein Wiedehopf. Diesen Vogel hatte ich zum ersten Mal in freier Wildbahn gesehen

Verschiedene Vögel hielten sich immer in unserer Nähe auf


Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg um die Grenze zur Ukraine zu überschreiten. Vorher jedoch übernachteten wir an einem Kloster am Wrigly-See.

Hier am Wrigly-See an einem Kloster verbrachten wir eine Nacht


Wir hatten immer noch gehofft, einige andere Wohnmobilisten zu treffen, die den gleichen Weg hatten und ebenfalls bis zur Krim fahren wollten, aber nichts....  Also, Mut gefasst und in das unbekannte Territorium über den Grenzübergang Terespol hinein gefahren.

Auf dem Weg zum Ukrainischen Grenzübergang Terespol


Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt (ein kleiner Obolus tat sein übriges) und so ging es dann auf mehr oder weniger schlechten Strassen Kilometer um Kilometer voran Richtung Osten. Zu allen Übel versagte mein Fotoapparat seinen Dienst, denn der Auslöser hatte seinen Geist aufgegeben und hier in der Ukraine hatte ich keine Chance zu einer fachmännischen Reparatur. Zwei Tage später, wir hatten schon ziemlich viele Kilometer zurück gelegt, wendete sich das Wetter und es begann in Strömen zu regnen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass dieser strömende Regen 12 lange Tage abdauern sollte. In den Nachrichten erfuhren wir von den katastrophalen Auswirkungen dieses Unwetters. 43 weggeschwemmte Brücken und mehrere Todesopfer waren das Ergebnis dieses außergewöhnlichen Naturereignisses.
Innerhalb dieser 12 Tage kam zu einem neunstündigen starken Gewitter wie wir es noch nie erlebt hatten. Blitz folgte auf Blitz und Donner auf Donner. Durch die Berge die diesen Krach durch das Echo noch verstärkte empfanden wir die Situation wie ein Inferno. Es war das absolute Chaos !!! Wie gerne hätte ich in dieser Situation aufregende Fotos gemacht.... Wir berieten uns kurz und kamen zu dem Ergebnis auf dem schnellsten Wege umzukehren um einer eventuellen noch größeren Katastrophe zu entkommen, denn der Wetterbericht versprach auch keine Besserung der Wetterlage. 2 Tage später erreichten wir wieder die Grenze nach Polen und waren froh, diese unvorhergesehene Situation so gut überstanden zu haben.

Wie dem auch sei, einige Tage später machten wir uns auf den Weg nach Kasimierz. Bei einem kleinen Zwischenstop besuchten wir noch einen der typischen polnischen Märkte und kauften hier das eine oder andere ein. Die Fahrt nach Kasimierz hätten wir lieber bleiben lassen sollen, denn die schlechten, immer enger werdenden Straßen, die uns unser Navi anzeigte, ließ uns langsam zweifeln, auf dem richtigen Weg zu sein. Irgendwann aber, wie waren kurz vor Kasimierz, überquerte eine alte Eisenbahnbrücke die Straße und ein Hinweisschild sagte uns nur eine Durchfahrtshöhe von 2.40 Metern an. Das war für unsere 3 Meter Höhe nicht zu machen und so mussten wir wohl oder übel einen anderen Weg suchen. Damit fing das Verhängnis an. Durch eine sehr hügelige Landschaft auf engen Straßen/Wegen auf dem uns kein Mensch mehr begegnete ging es immer bergab und wir hatten ständig das Gefühl im Kreis zu fahren. In dieser unwirklichen Landschaft gab selbst unser Navi auf und wusste nicht mehr wohin… Wir tauften dieses Tal, das Tal des Todes…..

Nun, dennoch nach zweistündiger Irrfahrt erreichten wir doch noch Kasimierz an der Weichsel (Wisla). Hier fand ich ein großes Fotogeschäft, dass in der Lage war meinen Fotoapparat wieder zu reparieren, sodass ich auf weitere Fotos unserer Reise nun nicht mehr verzichten muss. Dieser Ort und das Tal indem er lag erinnerte uns an unseren deutschen Harz. Zu allem Übel gab es den in unserem Campingführer angegeben Campingplatz nicht mehr und auch eine andere Möglichkeit hier einen Platz zum Übernachten zu finden gab es auch nicht. Also quälten wir uns durch die engen Straßen des Ortes um direkt an die Weichsel zu kommen. Oft war rechts und links nur ein paar Zentimeter Platz, aber ohne eine Schramme erreichten wir die Weichsel und fanden hier auch eine kleine Fähre die uns zur anderen Seite brachte.

 Diese kleine Fähre brachte uns bei immer noch bedecktem Himmel und Regenschauern über die Weichsel


Der nette Kapitän gab uns noch einige Tipps wir weiter durch die natur belassene Landschaft wieder eine der größeren Straßen erreichen konnten, denn wir planten nach diesem Reinfall uns noch einmal rund 90 Kilometer ans Bein zu binden um Sandomierz zu erreichen. Wir wollten endlich mal wieder auf einem Campingplatz stehen um u.a. die sanitären Anlagen zu nutzen und um Wasser zu bunkern. In Sandomierz fanden wir auf Anhieb einen wunderschönen Platz mit all den Annehmlichkeiten eines 3 Sterne Platzes. Nun war Ausruhen angesagt und der Tag wurde ziemlich schnell beendet. An nächsten Tag nach dem Frühstück erklommen wir die ca. 150 Stufen zur Altstadt die hoch oben auf einem Hügel lag, und machten dort einen ausführlichen Rundgang. Eigentlich wollten wir hier nur eine Nacht bleiben, entschlossen uns aber einen weiteren Tag hier zu verbringen. Dummerweise hatte ich mit den linken Fuß verstaucht und diese schmerzhafte Verletzung führte schließlich zu diesem Entschluss. Auf der gegenüberliegenden Seite des Campingplatzes befand sich einer der größten Gemüse und Obstmärkte die ich jemals gesehen hatte. Da es grade „Erbbeerzeit“ war schlugen wir hier ordentlich zu. Ein Kilo Erdbeeren kostete 4 Sloti, also ca. 90 Cent. Also war Erdbeeressen satt angesagt. Mal sehen wie sich mein Fuß entwickelt, danach werden wir unsere Weiterfahrt richten….

Der schöne Campingplatz und der sehenswerte Ort Sandomierz


Am Sonnabend , den 6.6., mein Fuß hat sich leidlich erholt, machten wir uns auf den Weg nach Nowy Sacz. Auf dem Weg dorthin hatten wir noch eine schöne Begegnung mit einem typischen polnischen Pferdegespann und nach einem kräftigen Mittagessen in einem an der Straße liegenden Gasthaus erreichten wir dann unser heutiges Ziel.

Begegnung auf dem Weg nach Nowy Sacz


Nowy Sacz, eine lebendige Stadt die schon ziemlich weit im Süden Polens in einem großen Tal , an den Ausläufern der Kaparten liegt. Hier waren wir vor 2 Jahren schon einmal und wussten, dass es hier sehr gut zu stehen ist. Einkaufs- und Ausflugsmöglichkeiten satt. Eine schöne Fußgängerzone und der typische Basar waren immer wieder unsere Anlaufpunkte. Bis hierher haben wir knapp 5500 Kilometer zurück gelegt, was aber dadurch, dass wir unsere Etappen immer nicht zu lang gestalteten und wir auch fast immer mehrere Tage an einem Ort blieben gar nicht anstrengend waren. Immer wieder kam es auf den Etappen, zu kleinen Fotostopps da es wirklich viel zu sehen gab.

Impressionen aus Nowy Sacz


Unser Handy hat den Geist aufgegeben und so konnte ich unseren Bekannten Marie und Eike aus dem vorigen Jahr nur über Normaltelefon auf die Mailbox die Nachricht übermitteln, dass wir evtl. Mitte/Ende Juli wieder auf deutschem Boden sein werden und wir uns dann irgendwo treffen können. Wir wollen dann noch etwas gemeinsam die schönsten deutschen Stellplätze unsicher machen. Zunächst jedoch haben wir ja noch einige schöne Landschaften im südlichen Polen zu entdecken…..

An der Grenze zur Slowakei


Am Freitag, den 12.Juni verließen wir Nowy Sacz in Richtung Slowakei, um den schönen Campingplatz Niedzica an einem Stausee zu erreichen. Eine sehr schöne Fahrt durch die Karpaten lag vor uns.

Die Fahrt durch die Landschaft der Karpaten


Der Campingplatz Niedzica direkt an der Slowakischen Grenze


An der nun durch den Beitritt zur EU verweisten Grenze zur Slowakei


Überall hätte man ständig anhalten können, denn es gab so viele schöne Fotomotive. Da durch den Frohleichnamstag, in Polen ein hoher Feiertag, ein langes Wochenende war, nutzten viele Polen die 4 tage zu einem kleinen Urlaub.

Der Fronleichnamstag ist im katholischen Polen ein hoher Feiertag


Dennoch war der Platz nicht überfüllt und wir konnten sogar den gleichen Platz wie vor 2 Jahren besetzen. Der Platz liegt ca. 200 Meter von der inzwischen verweißten Grenzstation zur Slowakei entfernt. Vier Tage später, nach einem schönen Aufenthalt, bei dem wir auch wieder eine nette Reisebekanntschaft (natürlich wieder Schwaben) ging es dann so richtig in die Berge. Entlang der „Hohen Tatra“ erreichten wir Zakropane. Die Stadt war wie immer , ob im Sommer oder Winter, hoffnungslos überfüllt und so machten wir uns nach ca. 1 ½ Stunden Quälerei durch die Stadt auf den Weg Richtung Westen. Wir wollten mal wieder „wild“ stehen und auf der Suche nach einem geeigneten Platz machten wir Halt zwischen Czarny Dunajec und Piekielnik an einem an der Straße liegenden Platz um etwas zu Mittag zu Essen. Dieser Platz entpuppte sich als ein wahrer Glücksfall, denn der Besitzer der kleinen Gaststätte bot uns an, hier auch zu übernachten. Wasser und Strom sowie eine schöne saubere Toilette waren auch vorhanden und der Preis , eigentlich lächerlich, incl. allem betrug 20 Sloti, also ca. 4.50 Euro. Eine riesige Portion Bigos, das polnische Nationalgericht, bestehend aus versch. Kohlsorten und Fleisch und Wurst und Pilzen, dazu Brot war wie immer ein Gaumenschmaus. Wir schafften diese riesige Portion gar nicht und so nahmen wir uns den Rest, den der Wirt noch einmal nachfüllte mit, um am nächsten Tag noch einmal ein gutes Mittagessen zu haben. Wir fühlten uns hier so wohl, dass wir spontan beschlossen einige Tage in dieser wunderschönen Landschaft am Rande der „Hohen Tatra“ zu verbringen.

Impressionen aus Pielnik


Nach drei Tagen schönstem Sonnenschein, brachte der 4. Tag wieder mal einen ordentlichen Regen,  Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns bereits in Bielsco Biala , dem ehemaligen Bielitz. Dichter Nebel lag über dem Campingplatz auf dem wir die nächsten Tage verbrachten. Spaziergänge in den endlosen Wäldern waren hier angesagt.

Tagelang dichter Nebel, aber schöne Spaziergänge in den endlosen Wäldern


 Dieses ewig dauernde Gewitter und die Unmengen an Regen der letzten Tage, brachten hier im Süden Polens die Flüsse zum überlaufen und die täglich neuen Berichte im Fernsehen berichteten von lebensbedrohlichen Katastrophen. Da wir uns immer noch ziemlich hoch in den Bergen aufhielten, waren wir davon nicht direkt betroffen. Nur die Wiese auf der wir im Campingplatz „Ondraszek“ standen konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, die der tagelange Regen brachte. Die Wohnmobile die weiter wollten, konnten den Platz nicht verlassen, da es unmöglich war und die Räder auf dem aufgeweichten, unebenen Boden nicht mehr griffen und durchdrehten. Jeden Wetterbericht hörten wir uns an, in der Hoffnung, wieder etwas positives über die zukünftige Wetterlage zu erfahren. Inzwischen haben wir schon den 28.Juni und so langsam dachten wir daran wieder einmal unseren Standort zu wechseln um die Reise fortzusetzen. Der aktuelle Wetterbericht versprach ab Mittwoch den 2 Juli Wetterbesserung und so setzte ich als nächstes Ziel Ribnik Kamien fest. Wir hatten hier in Bielsco Biala auch wieder nette Leute kennen gelernt, die genau wie wir auf einer längeren Reise unterwegs waren. Mit einem holländischen Ehepaar und einem polnischen Historiker mit seiner Frau führten wir viele Gespräche und tauschten uns über unsere Reiserouten aus. Die katastrophalen Wettermeldungen rissen nicht ab. Überschwemmungen in Tschechien und Südpolen mit verheerenden Folgen für die Landschaft und die Einwohner waren täglich zu hören. Der Bericht meldete unter anderem, dass auch Menschenleben zu beklagen waren….

Am Dienstag, den 30. Juni aber war es soweit. Wir beschlossen nun doch unseren Standort zu wechseln und aus der Karte suchte ich unseren nächsten Platz aus. In Ribnik-Kamien war ein Campingplatz angegeben. Also, machten wir uns auf den Weg. Aber, wie schon so oft, war auch dieser Platz eine Enttäuschung. Zum einen war er geschlossen und zum anderen in einem sehr schlimmen Zustand. Hier wären wir auch nicht geblieben wenn er geöffnet gewesen wäre. Also weiter auf die wunderbare Autobahn (neuester Standard) die von Krakau nach Wroclaw (Breslau) führt. Hier in unmittelbarer Nähe der Autobahn, zwischen Gliwize (Gleiwitz) und Opole (Opeln) fanden wir in der Campingstadt Niewiesce für eine Nacht einen guten Platz. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Nysa (Neiße). Hier waren wir schon vor 2 Jahren und wussten, dass es ein gut besuchter, aber auch sehr lauter Platz war. Wie groß war unsere Überraschung als wir feststellten, dass wir fast die einzigen Besucher hier waren. An der Rezeption sagte man uns, dass auf Grund der Wetterlage die meisten Camper abgesagt, bzw. ihren Termin verschoben hatten. Na ja, sollte uns recht sein, denn das Wetter hatte sich nun zum Guten gewendet. Wir hatten ab sofort richtiges Sommerwetter, mit über 30° Celsius fast schon zu warm. Die feuchte tropische Hitze ließ jede Aktivität auf ein Minimum schrumpfen und die nötigen Spaziergänge mit unserem Benjamin kosteten viele Schweißtropfen. Aber auf jeden Fall viel besser, als das zurückliegende nasse Regenwetter. Aus den veranschlagten 2 Tagen Aufenthalt wurden 5 Tage weil es uns hier auf diesem schönen, im Moment noch ruhigen Platz sehr gut gefiel.

Nach den vielen regennassen Tagen kam der Sommer mit aller Macht zurück und nun war Waschtag angesagt


Jeden Tag gings in eines der guten Restaurants zum hervorragenden und preiswerten Essen


Durch tropische Hitze die sich eingestellt hatte war es zeitweise nur noch im Wasser auszuhalten


Unsere nächste Station wird das an der Grenze zu Tschechien liegende Kudowa Zdroi (Bad Kudowa) sein. Von dort aus werden wir dann telefonischen Kontakt mit unseren Freunden Marie und Eike aufnehmen um einen Treffpunkt in Deutschland zu verabreden. Zuvor jedoch machten wir noch einen Abstecher nach Polanica.

Auf dem Weg nach Polanica


Spaziergang durch den Kurort Polanica


 

Am Rande der Fußgängerzone von Polanica


Nach einer sehr schönen Fahrt durch die Berge erreichten wir das polnische Kudowa Zdroy, dass nur 2 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt liegt.

Impressionen aus Kudowa Zdroy (Bad Kudowa)


Hier verbrachten wir einige schöne Tage, besuchten den, von den Tschechen stark besuchten Markt, spazierten durch die alte Kurstadt und machten uns dann am Sonnabend, den 11.7 auf den Weg über die tschechische Grenze nach Pilsen.

Der ehemalige Grenzübergang von Polen nach Tschechien


Pilsen ist die Bierstadt, denn hierher kommt u.a. das berühmte Pilsner Urquell. Nach nur einer Nacht auf dem sehr teuren Campingplatz an einem See, ging es auf der wunderbaren neuen Autobahn über die deutsche Grenze nach Wainhaus.

Hier klicken zum 2. Teil des Reiseberichtes 2009

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