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Jonnys Reisebericht 2008
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Mittwoch, der 23.April 2008

Diese Reise stand von Anfang an unter einem ungünstigen Stern. Warum ? Das wird in dem folgenden Reisebericht erläutert.
Der Tag unserer Abreise ist gekommen.
Der Beginn der Reise stand aber unter einem unglücklichen Stern, denn kurz nach der Abfahrt aus unserem Heimatort Freest, entdeckte ich bei einem kleinen Halt eine Öllache unter dem Wagen. Oh, oh, was tun? Ab in meine Werkstatt die an unserer Route in Richtung Insel Usedom lag. Dort stellte man fest, dass die Ventildeckeldichtung hinüber war und eine Ersatzdichtung nicht am Lager war. Der Chef lieh mir jedoch einen Firmenwagen und ich konnte die Dichtung in Greifswald besorgen. Nun konnten wir mit ca. 1 ½ Stunden Verspätung unsere Reise fortsetzen und trafen unseren Freund Gert Nitzsche in Heringsdorf, der uns noch
einige Büchern mitgab, damit wir in den nächsten Monaten etwas zu lesen an Bord haben.  Wohin uns die diesjährige Urlaubs/Fotoreise verschlägt, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschätzen, da wir wie immer keinen Plan gemacht, sondern uns der Nase nach orientieren werden. Wir haben uns vorgenommen die großen Straßen und Touristenströme zu meiden und uns immer etwas abseits zu bewegen. Dennoch wollen wir nicht ausschließen das wir uns auch die bekannten Sehenswürdigkeiten, die an der Strecke liegen ansehen. Die Grenze nach Polen haben wir bei Ahlbeck passiert, was ja nach der seit einigen Monaten offenen Grenze nun möglich ist und waren kurze Zeit später schon auf der großen Fähre in Kasibor, die uns nun von Usedom auf die nächste Insel Wolin brachte.

 
Die Fähre über die Swine zur Insel Wollin

Hier haben haben wir evtl. Die Möglichkeit mit einem Fischer auf Adlerwatching zu gehen. Die inzwischen gut ausgebaute Straße Richtung Stettin brachte uns schnell bis zum Abzweig nach Stepnica wo wir gegen 14.00 Uhr eintrafen und uns unseren Stellplatz suchten. Wir hatten durch die vorhandenen Bäume einige Mühe einen Platz zu finden an dem wir auch guten Fernsehempfang hatten, was aber letztendlich auch klappte.


Campingplatz „Tomasz“ in Stepnica

 Am nächsten Tag erreichte uns über Handy die nächste Hiobsbotschaft. Wir hatten unsere Ausweise und sämtlichen Wagenpapiere im Auto der Werkstatt vergessen. Was nun?
Frau Peters die nette Angestellte der Werkstatt, die wir sehr gut kannten, hat dann die beste Möglichkeit herausgefunden und auf dem schnellsten Wege die Papiere per Post zukommen zu lassen. Per Luftpost hat sie den Umschlag am Freitag abgeschickt und man sollte es kaum glauben am darauf folgenden Dienstag hatten wir schon alles wieder in unseren Händen. Nun war auch dieser Schreck ausgestanden.
Leider war es nicht möglich mit dem Fischer zu den Adlerplätzen zu fahren, weil um diese Jahreszeit die Chance sehr gering war die Adler zu erwischen, was wir aber im Vorwege nicht wussten. Wir beschlossen aber dennoch ca. 2 Wochen hier auf diesem Platz zu bleiben und uns auf die kommenden Erlebnisse einzustimmen. Die gemütliche, maritim eingerichtete Kneipe auf dem Campingplatz lud zum Verweilen ein.


Die gemütliche, maritim eingerichtete Kneipe bei Tomasz in Stepnica

Am Dienstag, den 6. Mai machten wir uns dann aber auf den Weg nach Slawa, wo das Europäische Treffen der Wohnmobilisten und Camper stattfand. Der ganze Rummel, der uns dort erwartete war aber überhaupt nicht nach unserem Geschmack und so suchten wir uns einen sehr schönen, ruhig gelegenen Platz in der Nähe des Slawasees am Rande eines wunderschönen Naturparks, wo wir die nächsten 4 Tage mit Spaziergängen und Relaxen verbrachten.


Hier stehen wir auf einem kleinen privaten Stellplatz am Slavasee


Am Slavasee

 Das Wetter zeigte sich schon seit Tagen von seiner besten Seite, sodass wir rundum zufrieden waren. Wie unsere Reise von ab hier weiter gehen soll, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, weil wir eigentlich noch keinen richtigen Plan haben. Am Sonnabend den 11.Mai fuhren wir nach Poznan (Posen) auf den Campingplatz am Maltasee wo wir aber nur eine Nacht verbrachten. Nur ca. 100 Kilometer weiter erwartete uns am nächsten Tag ein sehr schöner abseits gelegener Campingplatz in Znin. Dort verbrachten wir als einzige 4 wunderschöne Tage an dem idyllisch gelegenen kleinen Zniner See.


Der Zniner See

Einen Tag davon nutzten wir, um mit der Schmalspur-Eisenbahn die nähere Umgebung zu erkunden. Das besondere war, dass diese ziemlich große Bahn nur auf einer Spurweite von 60 cm fuhr war und mit ca. max. 30 Kmh unterwegs war.


Der Fahrplan der Schmalspurbahn (oben) und die Bahn mit den offenen Waggons (unten)

Nach diesen schönen Tagen hier in Znin machten wir uns auf den Weg um das, uns schon von anderen Reisen bekannte Elblang (Elbing), zu besuchen. Der wirklich schöne Campingplatz liegt sehr schön am Oberländischen Kanal, wo die Ausflugsschiffe über ein besonderes , vor vielen Jahren von einem Deutschen erdachten System, über die Hügel in 5 Ebenen mit einem Höhenunterschied von ca. 100 Metern, verbracht werden.

 

 
 

Blick von unserem Stellplatz auf den Oberländischen Kanal bei Elbing

 
 
 

 

Hier, am Oberländischen Kanal werden die Ausflugsschiffe über Land auf die nächste Ebene gezogen

Hier trafen wir wie in jedem Jahr unseren Freund den Kölner Professor wieder und machten Pläne über unsere weitere Reise. Der Wettergott war uns, wie in den vergangenen Wochen, weiterhin hold und die sommerlichen Temperaturen von durchschnittlich 23-25 ° Celsius waren sehr angenehm. Von Elbing aus brachen wir am Dienstag den 22.Mai auf und fuhren zunächst an das frische Haff über Tolmiecko und Braniewo nach Nowe Pasteka. In diesem kleinen Fischerort direkt an der russischen Grenze hat man einen sehr schönen Blick auf die frische Nehrung und das Haff mit dem kleinen Ort Piaski. Hier hätten wir auf einem Parkplatz direkt am Haff, allerdings ohne Strom, Toiletten usw. übernachten können. Da es aber noch sehr früh am Tage war beschlossen wir, quer durchs Land zu dem uns schon aus dem Vorjahr bekannten schönen Platz nach Ruska Wies zu fahren. Immer wieder bewunderten wir die fast unaussprechlichen Ortsschilder die am Wege lagen.

 

 
 

Die fast unaussprechlichen polnischen Ortsnamen

 

Ruska Wies liegt genau zwischen Sensburg (Mragowo) uns Rastenburg (Ketrzyn). Rastenburg hat durch das Hitler Hauptquartier, die Wolfsschanze, eine unrühmliche Vergangenheit. Durch herrliche, hügelige Landschaften erreichten wir am Nachmittag Ruska Wies, wo wir auch unseren alten Freund Heinrich wieder trafen.

 

 
 

Unser Freund Heinrich, der Manager vom Ruska Wieser Campingplatz

 
 

 
 

Die wunderschöne hügelige Landschaft und die Seen Masurens begeistern uns immer wieder

 

Dieser kümmert sich hier um die Camper und Durchreisenden und bietet unter anderem auch einen Besichtigungsservice an der einem die Gegend in verschiedenen Rundfahrten näher bringt.

 

 
 

Einer der schönsten terrassenmäßig angelegten Campingplätze in den Masuren ist
Ruska Wies (Bild oben und unten)

 
     
 

 
     

Das Wetter hat nun doch umgeschlagen und es ist ziemlich kühl geworden, aber der Wetterbericht verspricht für die nächsten Tage wieder Wetterbesserung. An einem der Abende die wir hier verbrachten nahmen wir mit Leuten die wir während der Reise kennen gelernt hatten an einer lustigen, feucht-fröhlichen Veranstaltung mit Grill und Folklore teil.

 

 
 

Essen, Trinken !? und Folklore in Ruska Wies

 
     
 

 
     
     

 Hier in Ruska Wies werden wir einige Tage verbringen. Mit Heinrich und einigen anderen Campern die wir hier kennen gelernt haben, unternahmen wir eine abwechslungsreiche Tagesfahrt durch einen Teil der Masuren. Auf der Krutyna, einem kleinen Fluß der durch ein urwaldähnliches Gebiet führt, stand unter anderem eine Fahrt mit einem Boot das gestaakt wurde auf dem Programm. Danach ging es in einen Wikingerpark mit einer Grotte und einer Besichtigung der Orte Rucianne-Nidda und Nikolaiken am Spirdingsee. Hier in Ruska Wies gelang mir noch das folgende Foto:

 

 
 

Das die Störche die Babys bringen ist ja allgemein bekannt, aber hier ist offensichtlich zu sehen, wie sie produziert werden.....

 
     
 

 
 

Impressionen auf der "Krutyna"

 
 

 
 

Impressionen auf der "Krutyna"

 
 

 
 

Impressionen auf der "Krutyna"

 
 

 
 

Jonny unter dem polnischen Adler

 

Den Abschluss bildete ein Besuch einer Ziegenfarm, wo wir Ziegenkäse in verschiedenen Geschmacksrichtungen probieren und auch kaufen konnten. Alles in allem ein abwechslungsreicher und interessanter Tag.

Am 29. Mai verließen wir Ruska Wies um in die Nähe von Augustow zu fahren. Wir hatten im vorigen Jahr eine Adresse von einem Platz bekommen, wo man sehr gut stehen konnte. Mit dieser Entscheidung begann eine mittlere Katastrophe, was wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnten. Wir erreichten den Ort Nowinka nördlich von Augustow und erkundigten uns nach der genauen Adresse der Familie Rudnitzky.  Ca. 8 Kilometer durch eine unbefestigten Waldweg wurde uns gesagt. Also, los gings. Nach ca. 10 Kilometern kam uns die Sache jedoch so langsam spanisch vor und wir beschlossen umzukehren. In der urwaldähnlichen Auguster Heide sah alles ziemlich gleich aus und so kam, was kommen mußte,- wir verfuhren uns und landeten immer tiefer in der Wildnis und konnten letztendlich unsere Fahrt nicht mehr fortsetzen, weil wir uns auf dem lockeren Sandweg  derartig festfuhren, sodass es weder vorwärts noch rückwärts ging. Meine Versuche uns wieder „frei zu Schwimmen“ versagten kläglich und das Ergebnis war, das der Rückwärtsgang blockierte und nun absolut nichts mehr ging. Wir waren kurz zuvor an einem einsam gelegenen Gehöft vorbei gekommen und meine Hoffnung war, dort jemand anzutreffen. Also machte ich mich in der sengenden Mittagshitze auf den Weg und ereichte ziemlich erschöpft den Hof. Der Bauer besaß auch einen funktionierenden Traktor und zog unseren Camper rückwärts wieder auf den rechten Weg. Wie gesagt, war aber das Getriebe blockiert und an eine weiterfahrt nicht zu denken. Der nette Nachbar des Bauern brachte mich mit seinem PKW dann nach Augustow zu einer Abschleppfirma. Es war schon kurz vor Feierabend, aber dennoch konnte der Chef der Firma noch einen seiner Fahrer überreden uns aus dem Wald abzuschleppen. So landeten wir ca. 1 Stunde später huckepack auf einem großen Abschleppwagen auf dem Hof der Firma. Hier wurde uns zugesagt für den nächsten Morgen einen Spezialisten zu besorgen, der evtl. den Schaden reparieren konnte. So übernachteten wir ungewollt auf dem Geländer der Firma, die sich als Schrottplatz entpuppte. Eine Toilette und Strom wurde uns zur Verfügung gestellt. Am nächsten Morgen erschienen tatsächlich zwei Monteure die sich an die Arbeit machten. Nach kurzer Zeit fest, das eine Reparatur nicht möglich war und ein Austauschgetriebe besorgt werden musste. Dieses Unterfangen scheiterte aber, weil ein passendes Getriebe nicht aufzutreiben war. So wurde das „alte“ Getriebe wieder zusammengebaut und so fixiert, dass man nur vorwärts bis zum vierten von den vorhandenen 5 Gängen fahren konnte. Der Manager der Firma fuhr nun mit einem Firmenwagen vor uns her und brachte uns nun auf dem richtigen Waldweg zu dem eigentlichen Campingplatz. Hier stellte sich heraus, dass die Besitzer des privaten Platzes zufällig der Cousin des Managers war und so konnten wir hier übers Wochenende auf diesem schönen Gelände direkt inmitten eines Naturschutzgebietes an einem schönen See stehen.

 

 
     
 

 
     
 

 
 

Der ruhige Zwangsaufenthalt im Naturschutzgebiet Nowinka an einem schönen See
(3 Bilder oben)

 

Die Firma versuchte indessen übers Internet ein passendes Getriebe zu besorgen. Am darauf folgenden Montag stellte sich heraus, dass auch diese Versuch fehlgeschlagen war. So entschlossen wir uns, vorsichtig mit unseren 4 Vorwärtsgängen wieder zu der Firma zu fahren und bekamen unser Geld, immerhin 1100 Zloti wieder zurück. Zufällig sahen wir in Augustow eine große Autoreparaturwerkstatt. Fast ohne Hoffnung steuerte ich diese an und erzählte von unserem Dilemma. Eine Monteur der einen potenten Eindruck machte und auch ein wenig Deutsch verstand, hörte sich unsere Geschichte an und ging dann mit Elan das Problem an. Wie durch ein Wunder schaffte er es innerhalb weniger Minuten den Schaden zu beheben und wollte dafür nicht mal eine Bezahlung annehmen. Nach einem herzlichen Dank und einem großzügigen Trinkgeld konnten wir unsere Fahrt wieder fortsetzen, nicht ohne vorher ein Stoßgebet zum Himmel geschickt zu haben.
Am Dienstag , den 3 .Juni erreichten wir nach einer problemlosen Fahrt die Stadt Goldap am Rande der Rominter Heide, direkt an der russischen Grenze. Hier waren wir , wie im Vorjahr die ersten Gäste auf dem Gemeindecampingplatz direkt an einem sehr schönen See, dessen gegenüberliegendes Ufer bereits zu Russland gehört. Warme Duschen, eine saubere Toilette und Strom standen uns zur Verfügung und die Frau Kristina, die vom Vorjahr her kannte, begrüßte uns erfreut. Natürlich waren wir erleichtert, das unsere technische Panne ein solch gutes Ende hatte und konnten uns erstmal so richtig entspannen. Umringt von Natur pur, entstanden unter anderem die folgenden Aufnahmen

 

 
     
 

 
     
 

 
     
 

 

Hier auf diesem Platz lernten wir am nächsten Tag ein nettes deutsches Ehepaar "Udo und Monika" kennen die sich ebenfalls hierher verirrt hatten. Wir verbrachten viele schöne Tage hier und genossen das herrliche Sommerwetter.

 

 
 

Udo und Monika (mitte und rechts) unsere Goldaper Reisebekanntschaften

 
     
 

 
 

Schöne Tage am Goldaper See

 

Nach einer herzlichen Verabschiedung setzten wir unsere Fahrt am Donnerstag, den 12.Juni unsere Fahrt fort und erreichten am Nachmittag Osterode. Auch hier waren wir 2 Jahre vorher schon einmal und steuerten den Campingplatz Klub Sportowe Sokol an. Hier wollen wir nun einige Tage bleiben, zumal Osterode eine sehr schöne Stadt ist und zu Spaziergängen einlud. Die Versorgungsmöglichkeiten waren sehr gut, so das es uns an nichts fehlte. Auch hier standen wir direkt an einem schönen See. Es gab viel zu sehen, denn die sportlichen Aktivitäten an diesem See und in dem Klub, bezogen auf Kajak-Polo, Paddeln, Drachenboot fahren, Surfen und Segeln brachten einiges an Abwechslung. Kajakpolo ist eine sehr Kampf betonte Sportart, bei der schon mal ordentlich Wasser geschluckt werden muss. Diese Sportart habe ich zum ersten Mal direkt gesehen.

 

 
     
 

 
     
 

 
 

Kajak-Polo, eine selten zu sehende Sportart (3 Bilder oben)

 
     
 

 
     
 

 
     
 

 
     
 

 
     
 

 
 

Segeln, Surfen, Drachenboot fahren und Paddeln auf dem Osteroder See

 

Die Nerven liegen blank! Warum?

Wir stellten fest, dass nun am linken Hinterrad die Feder gebrochen war. Das komische harte klopfen während der letzten Kilometer hatten wir zunächst ignoriert, aber nun mussten wir den Tatsachen ins Auge sehen…

Woitec der Gastwirt hier im Segelclub vermittelte uns eine ihm bekannte Werkstatt und nachdem das Teil per Express in Krakau bestellt werden konnte die Reparatur durchgeführt werden. Aber, oh Schreck, nachdem der Meister das Wohnmobil zurück gebracht hatte, trat der alte Getriebefehler wieder auf. Alle 5 Gänge waren blockiert und so war unser Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig. Also, erneut die Werkstatt in Anspruch genommen. Man stellte fest, das der 5 Gang im Getriebe nicht mehr funktionierte und gebrochen war. Auch dieses Teil wurde im Hauptlager in Krakau bestellt und binnen eines Tages eingebaut. Nach anfänglichen, weiteren Schaltschwierigkeiten, funktionierte die Schaltung wieder und so konnten wir , nachdem wir 3 Wochen hier im schönen Ostroda (Osterode)verbracht hatten unsere Fahrt am 7. Juli fortsetzten. Unseren Plan die Halbinsel Hela zu besuchen, verwarfen wir wieder und einigten uns darauf, direkt nach Rowy zu unseren Freunden Jurek und Kristina zu fahren, die hier einen privaten Zeltplatz betrieben. Wie gut, dass wir diesen Plan umgesetzt hatten, denn wenige Tage später hätten wir hier keinen Platz an der Ostsee mehr bekommen. Wir beschließen hier einige Wochen zu bleiben, denn im Hinterkopf schwirrt immer noch die Angst mit, dass das Getriebe uns erneut einen Streich spielen könnte. Aber, die Hoffnung stirbt zuletzt, wie es so schön heißt……
Nach einem letzten Abend mit einem schönen Sonnenuntergang verließen wir Ostroda in Richtung Rowy (Ostsee)

 

 
 

Der letzte Abend in Ostroda bescherte uns noch einen schönen Sonnenuntergang

 

In Rowy war so zu sagen der Teufel los, denn die polnischen Ferien hatten begonnen und so konnten wir grade noch einen annehmbaren Platz ergattern. Eines Abends lud uns Jurek zu einem Platzkonzert ein. Kristyna, ihre Schwester und ein Gast gaben einige Musikstücke zum besten. Der Ort wurde langsam so voll. dass ein ruhiger Spaziergang kaum mehr möglich war. Dazu schlug das Wetter um und brachte ordentlich Sturm und Gewitter. Das war mal eine gute Abkühlung nach den tropischen Tagen.

 

 
 

Konzert auf dem Campingplatz

 
 

 
 

Buntes Leben und Treiben in Rowy

 
 

 
 

Der Sturm an der Ostsee lässt die Wellen hoch schlagen

 

Am 22.7. verabschiedeten wir uns von unseren Freunden in Rowy und machten uns auf den Weg nach Bialo Bor.
Bialo Bor, ein Platz den wir noch nicht kannten. Umso überraschter waren wir, als wir hier ein wahres Paradies vorfanden. Wieder direkt an einem wunderschönen See fanden wir einen ruhigen, idealen und bezahlbaren Platz. Ca. knapp einen Kilometer bis ins Stadtzentrum, wo wir uns mit allem versorgen konnten. Zunächst wollten wir nur 3 Tage hier verbringen, aber wir waren hier so begeistert, dass wir beschlossen länger hier zu verweilen. Am zweiten Tag fand sich dann noch ein deutsches Wohnmobil hier ein und es stellte sich heraus, dass es Bekannte waren, die wir im Vorjahr auf einem Platz im südlichen Polen kennen gelernt hatten. Nun sind aus den ursprünglich veranschlagten 3 Tagen jetzt 9 Tage geworden, die wir hier auf diesem schönen Platz verbracht haben. Wir haben hier auch ein nettes polnisches Ehepaar kennen gelernt, die sich mit einem grade erworbenen Wohnmobil auf ihrer ersten Reise befanden und natürlich konnte ich den beiden mit Rat und Tat in die neue Materie einweisen. Wir sind sicher, dass wir an diesen schönen Ort im nächsten Jahr zurück kehren werden.

 

 
 

Der schöne See in Bialo Bor

 
 

 
     
 

 
 

Unser ruhiger schöner Standplatz in Bialo Bor

 

Nach einer herzlichen Verabschiedung von unseren neuen polnischen Bekannten, machten wir uns dann am 31.7 auf den Weg, um wieder mal einen Standortwechsel durchzuführen. Über das Fernsehen erfuhren wir von den Unruhen in Georgien und so waren unsere Befürchtungen, dass sich dieser Konflikt eventuell auch noch bis in die Ukraine verbreiten könnte nicht allzu unbegründet. Also, verwarfen wir unseren eigentlichen Plan und machten von Südostpolen aus nur einen kurzen Abstecher in die Ukraine. Auch das ungute Gefühl, dass uns unser Getriebe einen weiteren Streich spielen würde, veranlasste uns, uns so langsam wieder Richtung Westen zu bewegen.
Zdnice hieß unser Ziel und hier erwartete uns ebenfalls ein ruhiger, schön an einem Badesee gelegener Campingplatz. Das Wetter hielt sich nun schon Tagelage sehr sommerlich, immer so um die 30-33 Grad und so war mein erster Gang ein Sprung ins erfrischende Wasser, nachdem wir unseren Stellplatz eingerichtet hatten. Auch hier lernten wir wieder eine sehr nette polnische Familie kennen. Die 12 jährige Tochter Anja, freundete sich gleich mit unserem Benjamin an und so verbrachten wir auch hier schöne Stunden in netter Umgebung.

 

 
 

Die kleine Anja freundete sich gleich mit unserem Boxer Benjamin an

 
 

 
 

Unser treuer, langjähriger Begleiter Benjamin

 

3 Tage später, nach Absprache mit unseren neuen Bekannten, die ebenfalls weiter wollten, verabredeten wir uns zusammen nach Znin zu fahren. Diesen Platz kannten wir ja schon vom Anfang unserer Reise und wussten, dass wir hier am Zniner See einen guten, stadtnahen Platz vorfinden würden. Wir hatten grade aufgebaut, als unsere Bekannten, die einen anderen Weg gewählt hatten eintrafen. Wir unternahmen hier viele schöne Spaziergänge im nahe gelegenen Park, der direkt am See liegt und der Besuch eines Bauernmarktes, der 2 mal wöchentlich stattfand war eine willkommene Abwechslung. Eine gute Woche später brachen wir auch hier unsere Zelte ab, um wieder einmal Plätze zu besuchen, die wir noch nicht kannten. Empfohlen wurde uns eine Platz in Boskowo. Auf dem Weg dorthin wollten wir jedoch auch noch andere Plätze die auf dem Weg lagen besuchen, in der Hoffnung wieder schöne Plätze vorzufinden. Zunächst fuhren wir nach Skorcerin, aber dieser Platz, der in unserer polnischen Campingkarte eingezeichnet war, existierte gar nicht. Weiter nach Zamimysil erwartete uns eine Campingstadt mitten im Wald an einem See gelegen. Nachdem ich mir erst einmal den Platz genauer angesehen hatte, entschieden wir uns jedoch sofort weiter zu fahren, denn der schmutzige Platz mit den aus dem Mittelalter stammenden Sanitäranlagen, die überhaupt nicht mehr dm heutigen Standart entsprachen überzeugte uns, dass hier die Zeit schon vor längerem stehen geblieben und in allen Belangen unzumutbar war.  Nun hieß unser eigentliches Ziel Boskowo. Was uns hier erwartete war unbeschreiblich und nur mit dem Begriff„Ballermann“ zu beschreiben. Die beiden hier in Frage kommenden Plätze waren hoffnungslos überfüllt, sehr laut, sehr lebendig und als Erholungsort absolut ungeeignet. Also, wieder kehrt gemacht, und die ca. 35 Kilometer weiter in das uns auch schon bekannte Slawa gefahren.

 

 
 

Der Marktplatz in Slawa

 
 

 
 

Abendstimmung am Slawasee

 

Hier wussten wir, dass wir einen sehr schönen Platz ebenfalls an einem See gelegen vorfinden würden. Sogar unseren gleichen Standplatz aus dem Vorjahr konnten wir wieder belegen. Hier auf diesen Platz gab es ausgezeichnete Sanitäranlagen, eine kleine Gaststätte mit preiswerten Gerichten und eine n kleinen Laden, in dem wir jeden Morgen frische Brötchen und andere Kleinigkeiten einkaufen konnten. Spaziergänge durch den angrenzenden Wald erfreuten unseren Benjamin natürlich ganz besonders. Die nahe gelegene Stadt, mit dem Bauermarkt der  2 mal pro Woche stattfand ergänzten das Angebot, dass uns veranlasste hier längere Zeit zu verweilen. Meinen 66 Geburtstag feierten wir hier am 13. August in aller Ruhe. Irgendwann beschlossen wir, wenn wir hier wieder wegfahren, doch noch den Herbst eventuell an der Mosel zu verbringen, wo wir ja vor 2 Jahren schon einmal waren.

Zehn Tage später…..
Am 21.8. rafften wir uns auf und machten uns von Slava aus zurück auf den Weg nach Deutschland. Gegen Mittag erreichten wir  die deutsche Grenzstadt Görlitz.

 

 
 

Görlitz, die schöne Stadt an der Neiße

 
 

 
 

Der Görlitzer Uhrenturm

 
 

 
 

Frau und Hund an der Görlitzer Elisabethstrasse

 

Sehr überrascht stellten wir fest, das diese wunderschöne Stadt  an der Neiße unsere Erwartungen übertraf. Eine lebendige Stadt mit schön restaurierten Häusern, einem täglich stattfindendem Markt und einem ruhigen Stellplatz für unser Wohnmobil erwartete uns hier. Auch hier lernten wir wieder nette Leute kennen und nach einem feucht, fröhlichem Abend machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Dresden, wo wir 2 Tage auf dem Stellplatz der Fa. Schaffer Mobile verbrachten. Natürlich stand auch ein Besuch der historischen Altstadt mit u.a. der Semperoper, dem Theater und der wieder aufgebauten Frauenkirche auf einige anstehende Reparaturen durchführen zu lassen.

 

 
 

Die Semperoper

 
 

 
 

Am Theaterplatz

 
 

 
 

Am Theaterplatz

 
 

 
 

Die wieder aufgebaute Frauenkirche

 
 

 
 

Fahrt mit der supermodernen Dresdener Straßenbahn

 

Noch immer war uns nicht klar in welche Richtung wir unsere Reise fortsetzen wollen…

….nun war es klar!  Die Reise an die Mosel haben wir nicht angetreten, sondern uns für einige schöne Plätze in Thüringen und Hessen entschieden. Von Dresden aus machten wir uns auf den ca. 300 Kilometer langen Weg nach Treffurt einem kleinen Ort in der Nähe von Eisenach. Treffurt  liegt direkt an der Werra und bietet einen wunderschönen Stellplatz der noch dazu kostenlose Benutzung bietet. Hier wollten wir nur eine Nacht verbringen und dann weiter fahren. Aus diesem Vorhaben wurden jedoch 8 Tage, die wir hier an diesem schönen Ort verbrachten. Wir nutzten die Gelegenheit um wieder einige anstehende Reparaturen durchführen zu lassen. Schon lange wollte ich ein Blechteil an der Front unseres Wohnmobils, dass einige Roststellen hatte auswechseln lassen.

 

 

Blick vom Stellplatz über die Werra auf die Altstadt von Treffurt

 

 

Auf dem Stellplatz entdeckte ich dieses "Baumgesicht"

 

 

Die neue Werrsbrücke und die Treffurter Burg

 

 

Blick über die Werra auf den Stellplatz an der Werra

Hier in Treffurt gab es einen Metall verarbeitenden Betrieb, der mir dieses Blechteil anfertigen konnte. Das org. Teil hätte 286.- Euro gekostet und dieser Betrieb fertigte mir das Teil für sagenhafte 10.- Euro passgenau an. Am nächsten Tag ließ ich mir noch einen neuen Zahnriemen einbauen und so war alles wieder in Ordnung. Hier in Treffurt lernten wir Marie und Eicke aus dem Badischen kennen die dann aber 2 Tage vor uns in Richtung Bebra weiterfuhren. Per SMS blieben wir in Verbindung und am Dienstag, den 2.September verließen wir Treffurt und machten uns auf den Weg nach Bebra wo wir die beiden wieder trafen. Zuvor hatte der handwerklich sehr begabte Eike noch einige kleine Reparaturen und Verbesserungen an unserem Wohnmobil vorgenommen. Von hier aus noch einmal herzlichen Dank für seinen Einsatz. Bebra liegt an der Fulda und der  ebenfalls kostenlose Stellplatz mit nagelneuer Entsorgungsstation und neu installierten Stromsäulen liegt direkt am Breitenbacher See. Hier gefiel es uns fast noch besser als in Treffurt und das besondere Highlight war die ländliche Metzgerei. Hier konnten wir hausgemachte Wurstspezialitäten und am Schlachttag herzhaftes Wellfleisch aus dem großen Wurstkessel erwerben. Hier haben wir auch wieder einige schöne Tage mit unseren Freunden verbracht. Baden im warmen Wasser des Breitenbacher See und viele Spaziergänge ließen die Tage viel zu schnell vergehen, bevor wir uns dann auf den Weg in Richtung Harz machen wollten.

 

 
 

Die ersten Frühnebel am Breitenbacher See in Bebra

 
 

 
 

Blick auf die Altstadt von Bebra/Breitenbach

 
 

 
 

Eine kleine Vogelinsel im Breitenbacher See

 
 

 
 

Vom Rundweg um den Breitenbacher See ein Blick auf den Stellplatz

 

Am Sonnabend, den 13.9. nehmen wir Abschied aus Bebra und von unseren neuen Bekannten Eike und Marie, die nun so langsam in Richtung Süden aufbrechen wollen. Unser Weg soll uns nun so allmählich Richtung Heimat führen, denn wir haben ja nur noch gut 14 Tage Zeit, da wir nur ein Saisonbegrenztes Kennzeichen bis zum 30 September haben. Von Bebra aus wollen wir die ca. 150 Kilometer bis zu einem Stellplatz in den Harz fahren. Da wir sehr gut vorankamen, ließen wir den Harz rechts liegen und führen über Göttingen, Braunschweig und Magdeburg nach Tangermünde. Dieser Stellplatz war uns unterwegs von mehreren Leuten empfohlen worden und so wollten wir die Gelegenheit nutzen und uns die schöne alte Stadt an der Elbe ansehen.

 

 
 

Eines der Tore die in die Tangermünder Altstadt führen

 
 

 
 

Blick auf die alte Stadtmauer und die Tangermünder Altstadt

 
 

 
 

Der sehr preiswerte Stellplatz in Tangermünde

 
 

 
 

Die Elbe bei Tangermünde

 

Zufällig fand hier an diesem Wochenende das alljährliche Burgfest statt, sodass es fast unmöglich war auf dem kostenlosen Stellplatz noch einen geeigneten Platz zu finden, was uns aber letztendlich doch noch gelang. Auch hier verbrachten wir wieder 5 Tage mit Spaziergängen entlang der Elbauen und mit der  Besichtigung der historischen Altstadt. Im aktuellen Stellplatzbuch, dem so genannten Bordatlas, fanden wir dann das ca. 60 Kilometer entfernte Abbendorf. Dieses Dorf liegt direkt an der Stelle an der der Havelkanal in die Elbe mündet. Der Stellplatz bei der Gaststätte „Dörpkrog an Diek“ liegt direkt, wie der Name schon sagt unterhalb des Deiches und bietet einen sehr preiswerten ruhigen Stellplatz und eine deftige rustikale Küche. Besonders beeindruckt hat uns die schöne Landschaft des Havellandes und die erholsame Ruhe. Auch hierher werden wir im nächsten Jahr wiederkommen.

 

 
 

Der Appendorfer Landgasthof

 
 

 
 

Frühnebel am Havelkanal bei Appendorf

 
 

 
 

Der Havelkanal bei Appendorf

 
 

 
 

Sie weckten uns jeden Morgen mit ihrem Geblöcke

 
 

 
 

Der Zusammenfluss von Elbe und Havelkanal

 

6 Tage später am verließen wir diesen schönen Platz um uns auf den Weg nach Neustrelitz zu machen. Der Stellplatz im Stadthafen gefiel uns sehr gut, zumal wir als ehemalige Segler mal wieder maritime Luft schnuppern konnten.

 

 
 

Unser Wohnmobil im Stadthafen von Neustrelitz

 
 

 
 

Unser Wohnmobil im Stadthafen von Neustrelitz

 

Der nächste Schreck ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Beim Rückwärtsfahren bemerkte ich, dass der Rückwärtsgang sich nicht mehr einlegen ließ. Also, wieder einmal den Plan umgeschmissen und aus den veranschlagten 5 Tagen in Neustrelitz wurde nichts. So sind wir am nächsten Tag schnurstracks nach Hause gefahren um des Wohnmobil in unsere Werkstatt zu bringen. Hier wird nun zur Zeit das Getriebe ausgebaut und zur Generalüberholung zu einer Spezialfirma nach Hamburg geschickt. Hoffentlich tritt meine Vorahnung über den Preis dieser Reparatur nicht ein....

Fazit der Reise:
Trotz der verschiedenen unvorhersehbaren kleineren und mittleren Katastrophen hatten wir einen sehr schönen und entspannten 5 monatigen Urlaub. Wir haben viel gesehen und erlebt, hatten sehr netten Kontakt mit Einheimischen und haben viele nette andere Wohnmobilisten kennen gelernt.
Auf Grund der vielen schönen Stellplätze die wir auf dem Rückweg hier in Deutschland im Grenzgebiet von Thüringen, Sachsen und Hessen kennen gelernt hatten, werden wir im nächsten Jahr unsere neue Reise hauptsächlich in Deutschland verbringen......

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